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Dynamo: Nur ein Probespieler bekommt einen Vertrag

Der Aufsteiger überzeugt beim 3:1 gegen Hertha BSC II erst nach der Pause. Von den drei Neuzugängen kommt lediglich einer zum Einsatz.

Alexander Schmidt sah bei seiner Mannschaft am Samstag „Licht und Schatten“.
Alexander Schmidt sah bei seiner Mannschaft am Samstag „Licht und Schatten“. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Nach dem Schlusspfiff musste Dynamo-Trainer Alexander Schmidt eingestehen: Da ist noch Luft nach oben. Zwar gewann der Zweitliga-Aufsteiger den ersten Test der Vorbereitung gegen die U23 von Hertha BSC mit 3:1, doch gerade in der ersten Halbzeit zeigte seine Mannschaft Schwächen.

„Wir haben gesehen, dass wir noch Arbeit vor uns haben“, lautete Schmidts Fazit am Samstag vor rund 50 Fans hinter dem Zaun des Trainingszentrums. „Der Gegner war mit jungen, talentierten Spielern bestückt. Es gab viele Situationen, in denen sie uns ausgespielt haben. Bei uns wechselten sich Licht und Schatten ab.“ Nach einer Woche Vorbereitung sei das auch nicht verwunderlich, meinte Torwart Kevin Broll: „Wir müssen die Kirche mal im Dorf lassen. Unser Gegner ist schon seit drei Wochen im Training.“

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"Es hat nicht alles funktioniert"

Das sah man. „Die komplette Mannschaft hat gepumpt. Die Berliner waren einen Tick spritziger und deutlich beweglicher. Das haben wir versucht zu kompensieren, aber das war schwierig“, gab Schmidt zu. Broll war mit dem Sieg trotzdem zufrieden: „Es hat nicht alles funktioniert, aber das war ein guter Einstand.“ Dabei bewahrte er seine Mannschaft vor einem Rückstand. Zweimal tauchte ein Berliner Angreifer frei vor seinem Tor auf. „Es ist mein Job, die Fehler meiner Mitspieler auszubügeln“, sagte Broll.

Die defensive Feinabstimmung stimmte noch nicht. Das könnte auch am System liegen. In der ersten Halbzeit ließ Schmidt in einem 3-5-2 spielen. Der Gegner wurde früh in der gegnerischen Hälfte angelaufen und unter Druck gesetzt. Dynamo kam so zu einigen Chancen. „Luka Stor hatte zwei, drei sehr gute Möglichkeiten. Davon sollte er auch mal einen reinhauen. Das hätte uns etwas mehr Sicherheit gegeben“, kritisierte der Trainer seinen Angreifer.

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Defensiv war die Dreierkette anfällig für Konter, die Hertha-Junioren kamen so zu Möglichkeiten. Bis zur 31. Minute bildeten Kevin Ehlers, Sebastian Mai und Tim Knipping die Dreierkette, dann musste Ehlers mit Hüftproblemen raus. „Ich hoffe, dass es keine Muskelverletzung ist und gehe davon aus, dass es nichts Schwerwiegenderes ist“, sagte der Trainer.

Nach der Pause wechselte er nicht nur auf fünf Positionen, er stellte auch auf ein 4-3-3-System um, ließ also mit drei nominellen Stürmern spielen. Das zahlte sich aus. Die eingewechselten Philipp Hosiner (52./78. Minute) und Pascal Sohm (79.) erzielten die Tore. „Es ist natürlich schön, gleich im ersten Vorbereitungsspiel da zu sein“, sagte Hosiner, der vor wenigen Tagen zum ersten Mal Papa geworden war.

Neuzugang Morris Schröter kam aus Zwickau nach Dresden. Er agierte gegen Hertha II auf der rechten Seite.
Neuzugang Morris Schröter kam aus Zwickau nach Dresden. Er agierte gegen Hertha II auf der rechten Seite. © dpa/Sebastian Kahnert

Welches System und welche Aufstellung Schmidt bevorzugt, wird auch von den weiteren Neuzugängen abhängig sein. Wunschspieler Sercan Sararer gehört definitiv nicht dazu. Der Stürmer einigte sich nach einer Gerichtsverhandlung überraschend mit seinem Verein Türkgücü München und verlängerte seinen Vertrag beim Drittligisten bis 2024. Dynamo wollte offenbar keine Ablöse für den 31-Jährigen zahlen, Türkgücü hatte am Ende 300.000 Euro gefordert.

Zwei Neuzugänge kommen nicht zum Einsatz

Bisher hat der Aufsteiger erst drei neue Spieler präsentiert und zudem mit Phil Harres und Jonas Kühn zwei aus dem eigenen Nachwuchs befördert. Morris Schröter feierte einen guten Einstand, war auf der rechten Außenbahn viel unterwegs. „Er hat seine Sache gut gemacht“, fand der Trainer. Jong-min Seo, der von der U19 von Eintracht Frankfurt gekommen war, bekam noch keine Chance. Luca Herrmann steigt erst ab Montag ins Training ein, er war mit dem SC Freiburg II noch bis vor zwei Wochen in der Regionalliga aktiv.

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Allein mit den bisherigen Neuzugängen dürfte Dynamo in der zweiten Liga Probleme bekommen. In dieser Woche wird wohl Anton Mitryushkin verpflichtet. Der 25-jährige Probe-Torwart durfte gegen Hertha nach der Pause ins Tor. „Er ist ein guter Mann und würde auch charakterlich ganz gut zur Mannschaft passen.“ Derzeit verhandle man mit dem gebürtigen Russen. „Ich möchte aber nichts vorwegnehmen“, so Schmidt.

Alexander Schmidt und seine Co-Trainer Ferydoon Zandi und Heiko Scholz mussten während des Spiels öfter korrigierend eingreifen
Alexander Schmidt und seine Co-Trainer Ferydoon Zandi und Heiko Scholz mussten während des Spiels öfter korrigierend eingreifen © dpa/Sebastian Kahnert

Der zweite Probespieler Meissa Diop wird dagegen wohl nicht verpflichtet. Zwar lobte ihn Schmidt wegen seiner Schnelligkeit und Technik. „Aber es war nur ein einfaches Kennenlernen.“

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