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Was läuft da bei Dynamo mit dem Pressesprecher?

Plötzlich taucht ein neuer Name auf: Ronny Zimmermann soll für Vereinskommunikation verantwortlich sein - und Henry Buschmann ist abwesend.

Abwesenheitsnotiz von Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann: "Ich befinde mich derzeit nicht im Büro."
Abwesenheitsnotiz von Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann: "Ich befinde mich derzeit nicht im Büro." © René Meinig

Dresden. Wer nicht gezielt danach sucht, wird den Namen nicht finden. Auf der Internetseite der SG Dynamo Dresden wird Ronny Zimmermann jedoch bereits als Mitarbeiter geführt - und zwar an herausgehobener Position direkt unter dem kaufmännischen Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Demnach besetzt der 30 Jahre alte Pirnaer die "Stabsstelle – Vereinsentwicklung und -kommunikation". Diese wurde offenbar neu geschaffen, aber bislang vom Verein nicht öffentlich gemacht. Welche Kompetenzen und Aufgaben damit verbunden sind, lässt sich also bestenfalls vermuten.

Wehlend verweist auf Nachfrage auf strukturelle Veränderungen, möchte aber einer weiteren Information der Angestellten nicht vorgreifen. Die ist für Ende September geplant. Dennoch führt die Personalie Zimmermann zu Spekulationen, zumal er laut der Stellenbezeichnung auch für Kommunikation verantwortlich ist.

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Dabei gibt es bereits die Abteilung "Medien, Kommunikation und PR", für die Henry Buschmann als Abteilungsleiter und Pressesprecher geführt wird. Der hatte sich nach dem Heimspiel gegen den SC Paderborn am 29. August in den Urlaub verabschiedet, sollte aber laut seiner Abwesenheitsnotiz in der automatischen E-Mail-Antwort am Freitag, dem 10. September, wieder im Dienst sein. Außerdem hieß es in der Einladung zur Pressekonferenz für die Journalisten vor dem Spiel in Heidenheim, sie sollten sich bei Buschmann anmelden. Die obligatorische Medienrunde am Freitag leitete dann aber sein Stellvertreter Lennart Westphal. Außer ihm gehören Marcel Devantier als fest angestellter sowie Steffen Kuttner als freier Mitarbeiter zum Medienteam der SGD.

Wurde der Pressesprecher bereits freigestellt?

Nun kommt auf Mails an Buschmann in dieser Woche die automatische Antwort mit dem Hinweis: "Ich befinde mich derzeit nicht im Büro." Laut Wehlend ist der Pressesprecher bis einschließlich Sonntag weiterhin im Urlaub, nach Informationen von Sächsische.de soll er - mindestens vorübergehend - freigestellt worden sein. Buschmann selbst möchte sich dazu öffentlich nicht äußern. Auch das kann ein Indiz für eine bevorstehende Trennung sein.

Ronny Zimmermann (r.) saß bei Dynamos Spiel in Heidenheim am vergangenen Sonntag bereits auf der Tribüne. Er soll eine wichtige Funktion im Verein übernehmen.
Ronny Zimmermann (r.) saß bei Dynamos Spiel in Heidenheim am vergangenen Sonntag bereits auf der Tribüne. Er soll eine wichtige Funktion im Verein übernehmen. © Foto: Imago

Der Geschäftsführer widerspricht allerdings den Gerüchten, wonach Zimmermann der Vorgesetzte von Buschmann werden oder ihn ablösen soll. "Das ist definitiv nicht so", sagt Wehlend. Wie Sächsische.de erfuhr, ist eine Aufgabenteilung angedacht: Der bisherige Pressesprecher bleibt für den sportlichen Bereich verantwortlich, womit auch der für den Sport verantwortliche Geschäftsführer Ralf Becker einverstanden sein soll. Zimmermann übernimmt demnach außer der externen wie internen Kommunikation zu Vereinsthemen auch das Themenfeld Digitalisierung, bei dem Dynamo in den vergangenen Jahren nur unzureichend vorangekommen ist.

Das war ein zweiter wesentlicher Punkt neben den Stadionverträgen, mit dem der Aufsichtsrat den neuen Geschäftsführer beauftragt hatte. Wehlend war im Herbst 2020 als Nachfolger von Michael Born ausgewählt worden, damals aber noch beim VfL Osnabrück tätig. Dadurch konnte der gebürtige Dresdner seine Arbeit bei Dynamo erst im Januar dieses Jahres aufnehmen. Nach gut neun Monaten sind offenbar die ersten strukturellen und strategischen Entscheidungen gefallen oder sollen in den nächsten Wochen fallen.

Buschmann seit elf Jahren im Verein

Ob Buschmann den ihm dabei angedachten Platz einnimmt, erscheint fraglich. Der 38-Jährige ist dem Verein auch als Fan emotional sehr verbunden. Er hat vor elf Jahren als Praktikant bei Dynamo angefangen, seit dem 2. Februar 2011 ist er als Pressesprecher für den Bereich Medien verantwortlich. Er war maßgeblich beteiligt an Projekten wie dem Dynamo-TV, für das er mit seinem Team hintergründige Reportagen und Interviews über die Mannschaft, den Verein und seine Geschichte gedreht hat. Außerdem entstanden zwei Filme - über Ex-Kapitän Cristian Fiel und seine Karriere sowie die Aufstiegssaison 2015/16. Andererseits sollen andere Themenfelder wie die Zusammenarbeit mit Sponsoren oder eine moderne Internetseite und/oder App zu kurz gekommen sein.

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend soll die Strukturen im Verein verbessern. Nun gibt es offenbar erste Entscheidungen.
Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend soll die Strukturen im Verein verbessern. Nun gibt es offenbar erste Entscheidungen. ©  dpa/Robert Michael

Ob das die Bereiche sind, um die sich jetzt Zimmermann kümmert, bleibt vorerst offen. Er ist seit 1. August angestellt und seit dem 9. August im Dienst. Er war bereits bei der Präsentation der Radeberger Exportbierbrauerei als neuem Exklusiv-Partner vor Ort, den wirtschaftlichen Teil der Pressekonferenz moderierte Marco Domogalski, Marketingleiter des Unternehmens, den sportlichen Buschmann.

Zimmermann war zuletzt einige Zeit als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der sächsischen Staatsregierung auch im Team von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Davor arbeitete er in verschiedenen Funktionen in der Medienabteilung des Deutschen Fußball-Bundes, war von 2017 bis 2020 für die Junioren-Nationalmannschaften verantwortlich.

Zimmermann hat von 2009 bis 2015 an der Philipps-Universität in Marburg studiert und als freier Autor für verschiedene Medien geschrieben. Mit einem Beitrag für Spiegel online erreichte er 2015 den 3. Platz beim Nachwuchspreis des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS). Darin ging es um das heikle Thema, wie sich der Nachwuchsfußball verändern würde, wenn Jugendspieler mit ihrem 18. Geburtstag die Verträge mit Profiklubs kündigen könnten, die zuvor ihre Eltern geschlossen haben.

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Zimmermann hat - wie Buschmann auch - selbst Fußball gespielt und mit sechs Jahren beim VfL Pirna-Copitz begonnen, für den er seit Jahren als Pressesprecher agiert. In der Jugend wurde der Stürmer beim FV Dresden-Nord ausgebildet. Schon damals nannte er in einem Gespräch mit der SZ als berufliche Alternative zum Profi-Fußball: "Der Sportjournalismus würde mich reizen." Den Plan hat er letztlich nicht verwirklicht, sondern sich für die Pressearbeit im Verband und nun im Verein entschieden.

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