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Dynamo: Und was ist eigentlich mit Hartmann?

Der Ex-Kapitän fehlt den Dresdnern schon seit Herbst, Chris Löwe sogar noch länger. Jetzt verrät der Trainer, wie es den Langzeitverletzten geht.

Dynamo-Trainer Markus Kauczinski freut sich mit Marco Hartmann nach dem 3:0-Sieg gegen Meppen Ende Oktober. Doch nach insgesamt acht Einsätzen in dieser Saison fällt Hartmann verletzt aus.
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski freut sich mit Marco Hartmann nach dem 3:0-Sieg gegen Meppen Ende Oktober. Doch nach insgesamt acht Einsätzen in dieser Saison fällt Hartmann verletzt aus. ©  dpa/Matthias Rietschel

Dresden. Die Langzeitverletzten müsse er nicht mehr aufzählen, meint Markus Kauczinski. Seit Wochen wiederholt Dynamos Trainer diese vier Namen, wobei feststeht, dass diese Saison für Patrick Weihrauch nach einer Operation am Sprunggelenk und Robin Becker nach einem Kreuzbandriss vorzeitig beendet ist. Dagegen gibt es bei Marco Hartmann und Chris Löwe die Hoffnung, dass sie nach ihren schweren Knieverletzungen doch noch mal zurückkommen.

Zumindest bei Hartmann hat sie auch Kauczinski noch nicht aufgegeben, auch wenn es "nicht ganz so läuft, wie erwartet". Denn eigentlich sollte der Ex-Kapitän bereits Ende Januar wieder mit der Mannschaft trainieren können, "hieß es mal", wie der Chefcoach meint. Nun rechnet er damit, dass Hartman "noch ein, zwei Wochen braucht, bis er mit der Mannschaft auf dem Platz steht".

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Der 32-Jährige war einer von nur vier Spielern, deren Vertrag Dynamo nach dem Abstieg im Sommer vorigen Jahres verlängert hat. "Marco Hartmann ist eine absolute Identifikationsfigur, der für unsere Mannschaft mit seiner Persönlichkeit auf und neben dem Platz extrem wertvoll ist", erkläre der neue Sportgeschäftsführer Ralf Becker die Entscheidung - wohlwissend, dass der Defensivmann schon in den Jahren zuvor öfter mit mehr oder minder langwierigen Blessuren ausgefallen war.

"Marco lebt Dynamo Dresden zu 100 Prozent und ist zudem ein absoluter Vollprofi. Er ist auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Nachwuchsspieler und jungen Talente ein wichtiger Baustein unseres Kaders, auf den wir nicht verzichten wollen", hielt Becker dagegen.

Als Chef der Abwehrkette sogar zwei Tore erzielt

Tatsächlich musste Hartmann dann zum Ende der Vorbereitung pausieren und nach zwei kurzen Einsätzen zu Saisonbeginn schon wieder passen: muskuläre Probleme. Am zehnten Spieltag stand er dann in der Startelf, und Kauczinski stellte das taktische System um - mit Erfolg. Mit Hartmann als Chef der Dreierkette in der Abwehr gewann Dynamo im November viermal in Folge, er erzielte sogar zwei Tore, beim 0:0 gegen Uerdingen stand er bis zur Gelb-Roten-Karte noch 82 Minuten auf dem Platz.

Seitdem fehlt Hartmann, der 2013 vom Halleschen FC zu Dynamo gewechselt ist, jedoch dauerhaft: Außer einer Verletzung im Muskelansatz des rechten Knies wurde ein Knochenmarködem diagnostiziert. Derzeit absolviere er vorwiegend Lauftraining, die Ballarbeit werde langsam gesteigert, berichtet Kauczinski. Kurz und gut: "Harti macht Fortschritte."

Löwe verändert sich körperlich durchs Krafttraining

Das sagt er über Chris Löwe nicht, sondern, dass er sich körperlich verändert. "Er arbeitet fleißig. Man merkt ihm das ganze Krafttraining an, was er noch mal mehr auf dem Programm hat als sonst", sagt der Trainer. Auch er sei im Lauftraining, erste Ballarbeit stehe an, aber: "Der Weg ist noch ein bisschen länger, weil die Verletzungen schwerwiegender waren."

Chris Löwe hat sich am 20. Oktober bei Dynamos Heimspiel gegen den FSV Zwickau schwer am linken Knie verletzt - die Heilung dauert deutlich länger als erwartet.
Chris Löwe hat sich am 20. Oktober bei Dynamos Heimspiel gegen den FSV Zwickau schwer am linken Knie verletzt - die Heilung dauert deutlich länger als erwartet. © Foto: dpa/Picture Alliance/Robert Michael

Löwe hatte sich bereits am 20. Oktober im Heimspiel gegen den FSV Zwickau (1:2) bei einem Zweikampf schwer am linken Knie verletzt, nach der ersten Diagnose gab es eine leichte Entwarnung: kein Kreuzbandriss, sondern "nur" ein Außenbandriss und eine Knochenprellung. Der 31-Jährige gab sich erleichtert: "Ich hoffe, dass ich noch in diesem Jahr wieder auf dem Fußballplatz stehen kann", wurde Löwe in der Pressemitteilung des Vereins zitiert.

Daraus wurde nichts, schlimmer: "Wir können wir nicht abschätzen, ob er in dieser Saison noch mal eingreifen kann oder nicht", sagt Kauczinski jetzt. Die Heilung verlief alles andere als optimal. Das Knochenödem sei bei einer Kontrolluntersuchung doppelt so groß gewesen, hatte Löwe im Dezember berichtet. Immerhin scheint es nun besser zu werden, gut genug ist es aber noch lange nicht.

Ersatz für Löwe, für Hartmann nicht

Nachdem der Verein zunächst darauf verzichtet hatte, einen Ersatz zu holen, wurde im Januar mit Leroy Kwadwo von den Würzburger Kickers ein Linksverteidiger verpflichtet. Auch für Weihrauch mit Heinz Mörschel, Dynamos ersten Dominikaner, und für Becker mit Rückkehrer Niklas Kreuzer sind inzwischen Alternativen gekommen. Für Hartmann nicht. Er wäre mit seiner Art und Ausstrahlung auch schwer zu ersetzen. Und schließlich besteht bei ihm die Hoffnung, dass er noch mal in den Kampf um den Aufstieg in die zweite Liga eingreifen kann.

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Schließlich hat er trotz der erneuten Verletzungspause angekündigt, noch ein Jahr spielen zu wollen - für Dynamo in der 2. Bundesliga. "Dazu muss ich aber erst einmal gesund werden und dann auch bleiben", sagte er. Nach seinem Karriereende will Hartmann, der Mathematik und Sport auf Lehramt studiert hat, erst einmal mit seiner Familie auf Reisen gehen. Anschließend will er sein Referendariat nachholen und kann sich mehrere berufliche Optionen vorstellen - auch eine Mischform zwischen Fußball und Schule.

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