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Zwei Klassiker für DFB-Team in der Nations League

Die Auslosung der Nations League beschert dem neuen Bundestrainer Hansi Flick eine schwierige Gruppe. Gespielt wird von Juni bis September 2022.

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In der Nations League spielt die Fußball-Nationalmannschaft 2022 gegen Europameister Italien, EM-Stolperstein England und auch schon wieder gegen Ungarn.
In der Nations League spielt die Fußball-Nationalmannschaft 2022 gegen Europameister Italien, EM-Stolperstein England und auch schon wieder gegen Ungarn. © Christian Charisius/dpa (Archiv)

Italien, England, Ungarn! Frisch von seiner Inspektionsreise nach Katar zurückgekehrt hat Hansi Flick für den wichtigen WM-Countdown 2022 echte Kracher zugelost bekommen. Die Fußball-Nationalmannschaft bekommt es in der Nations League im kommenden Jahr wenige Monate vor dem großen Turnier-Showdown am Persischen Golf mit Europameister Italien und den immer wieder unbequemen Ungarn zu tun. Highlight in der Gruppe 3 der Liga A ist aber die schnelle EM-Revanche gegen England.

Im Homeoffice konnte Bundestrainer Flick am Donnerstag die digitale Zeremonie in der UEFA-Zentrale in Nyon zufrieden verfolgen. Der spanische Ex-Profi Gaizka Mendieta loste die DFB-Elf zu England und Ungarn, der französische Ex-Weltmeister Robert Pires fügte mit einem Grinsen Italien noch hinzu. Perfekt war die Hammergruppe. Die namhaften Gegner liefern Flick bei der Vorbereitung sicher wichtige WM-Erkenntnisse. "Wir nutzen diese Spiele natürlich auch, um uns einzuspielen", hatte der Bundestrainer vor der Auslosung gesagt.

Die dritte Auflage des einst ungeliebten UEFA-Wettbewerbs beginnt mit einem Vierer-Länderspielpack vom 2. bis 14. Juni 2022. Knapp drei Wochen nach dem Bundesliga-Finale kann Flick dann seine WM-Kandidaten einem intensiven Testlauf mit Wettbewerbscharakter unterziehen. Die weiteren beiden Partien finden zwischen dem 22. und 27. September und damit nur zwei Monate vor dem WM-Anpfiff statt. Es werden die letzten Länderspiele vor der Nominierung des Turnier-Kaders für die Endrunde vom 21. November bis 18. Dezember im Emirat am Persischen Golf sein.

Dort hatte Flick sich seit Wochenbeginn gemeinsam mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff und einer Verbandsdelegation nach einem allen Ansprüchen genügenden WM-Quartier umgesehen. Ruhig gelegen, nah zu den Trainingsplätzen und auf jeden Fall über jeden Zweifel an Menschenrechtsstandards erhaben muss das Hotel sein, das hatten Bierhoff und Flick klargemacht.

Der Bundestrainer will sich nämlich möglichst intensiv auf die sportlichen Belange im WM-Jahr konzentrieren können. Die drei Gegner bieten dafür alle Möglichkeiten. Der Wettbewerb wird auf jeden Fall zum EM-Deja-vu. England (0:2) war bei der Turnier in diesem Sommer Endstation im Achtelfinale, Ungarn (2:2) in der Gruppenphase beinahe schon der Stolperstein. Gegen Italien gewann Deutschland das letzte Pflichtspiel bei der EM 2016 im Viertelfinale im Elfmeterschießen.

Das Länderspieljahr beginnt für die DFB-Elf mit zwei Testspielen, eines davon am 26. März in Sinsheim wahrscheinlich gegen einen afrikanischen Gegner und wenige Tage später auswärts mit Spanien oder den Niederlanden als von Flick schon genannten Optionen. England dürfte als dritter Kandidat dafür nun ausscheiden.

Der Nations-League-Sieger wird unter den vier Gruppensiegern am 18. Juni 2023 gekürt. Flick hat mit Kapitän Manuel Neuer und dessen Kollegen einiges aus der Ära seines Vorgängers Joachim Löw gut zu machen. Bislang war die DFB-Auswahl in dem Wettbewerb nicht sonderlich erfolgreich. 2018 wurde im Nachklang des WM-Scheiterns als Gruppenletzter der sportlich schmachvolle Abstieg in die B-Liga nur durch eine später folgende Modus-Reform der UEFA vermieden. 2020 war der Gruppensieg möglich - doch dann gab es zum Abschluss in Sevilla das historische 0:6 in Spanien. (dpa)