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Neue Weltrekorde in neuen Wunderschuhen

Joshua Cheptegei erstaunt die Welt mit immer neuen Bestzeiten. Welche Rolle spielen dabei neue Spikes?

Strahlte nach seinem 5.000-Meter-Weltrekord in Monaco über das ganze Gesicht: Joshua Cheptegei. Nach der Fabelzeit über die doppelte Distanz in Valencia am Mittwoch geraten aber vor allem seine Schuhe in den Blickpunkt.
Strahlte nach seinem 5.000-Meter-Weltrekord in Monaco über das ganze Gesicht: Joshua Cheptegei. Nach der Fabelzeit über die doppelte Distanz in Valencia am Mittwoch geraten aber vor allem seine Schuhe in den Blickpunkt. © dpa

Er lächelte nach seinem nächsten Traumlauf, als wäre nichts gewesen, und posierte stolz mit der Flagge Ugandas. Die Kameramänner und Fotografen machten ihre Jubelbilder, klar. Aber immer wieder richtete sich der Blick auch hinunter zu Joshua Cheptegeis Füßen, schwarz-neongrün umhüllt. Mit einer Art Wunder-Spikes soll der neue Maestro der Langstrecke den nächsten Weltrekord quasi zertrümmert haben.

„Das bedeutet alles für mich. Ein Traum wird wahr“, sagte der 24-jährige Läufer aus Uganda, nachdem er in seinem dritten Rennen 2020 den dritten Weltrekord aufgestellt hatte. Diesmal war in Valencia die Bestzeit über 10.000 Meter fällig. Die bisherige Bestmarke von Kenenisa Bekele, die 15 Jahre unangetastet blieb, verbesserte der amtierende Weltmeister um gut sechs Sekunden auf 26:11,00 Minuten.

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Und das soll noch längst nicht alles gewesen sein, versprach der Edelstilist. „Ich denke, dies ist nur die Grundlage für das, was ich in den nächsten Jahren erreichen möchte“, sagte der erst zehnte Läufer der Geschichte, der die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter zur gleichen Zeit hält. „Da kommt noch mehr.“

Wie die Äthiopierin Letesenbet Gidey, die in dieser Nacht der Weltrekorde die Weltbestzeit über 5.000 Meter der Frauen auf 14:06,62 Minuten drückte, und damit so schnell war wie der große Emil Zatopek bei den Olympischen Spielen 1952, trug Cheptegei in Valencia ein in Form gegossenes Hightech-Produkt an den Füßen. Dem Spike werden in der Szene wahre Wunderkräfte nachgesagt. Schließlich lief Cheptegei in diesem Modell Mitte August schon seinen 5.000-Meter-Weltrekord.

Letesenbet Gidey aus Äthiopien posiert in Valencia neben einem Bildschirm mit ihrer neuen Bestmarke. Die 22-Jährige drückte den 5.000-Meter-Weltrekord ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba.
Letesenbet Gidey aus Äthiopien posiert in Valencia neben einem Bildschirm mit ihrer neuen Bestmarke. Die 22-Jährige drückte den 5.000-Meter-Weltrekord ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba. © dpa

„Dragonfly“ (Libelle) heißt das Modell eines US-Sportartikelgiganten. Es ist mit einer Carbonplatte ausgestattet und enthält einen einzigartigen Schaumstoff. Mit dieser Art Federwirkung gilt der Spike als „schnellster Schuh aller Zeiten“. Er ist durchaus umstritten, vom Weltverband World Athletics aber zugelassen.

Mit dem Spike „kannst du auf der Laufbahn dein Bestes geben“, verspricht der Hersteller, und Cheptegei lieferte eine irre Show ab. Blinkende LED-Lichter unten links in der Bahn wiesen ihm den Weg. Cheptegei flog mit dem digitalen Tempomacher um die Runden. Irgendwann hatte er auch das grüne Licht abgehängt. 24 Runden lief er stets in 63 Sekunden. Dann gab er noch mal Gas und legte die letzten 400 Meter in 60 Sekunden hin. Der Begriff Uhrwerk passt für Cheptegei gut.

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„Ich habe versucht, die Geschichte neu zu schreiben, damit die Menschen etwas zu genießen haben“, sagte Cheptegei, dem das Coronavirus mit seinen Folgen wie der Olympia-Verschiebung wie allen Athleten weltweit zu schaffen macht. Er hoffe, dass sein Rekord-Lauf in „dieser schwierigen Situation“ den Menschen „Freude und Hoffnung für morgen geben“ könne. (sid)

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