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Kombinierer Frenzel verpasst Podest knapp

Eric Frenzel und Fabian Rießle waren dran, doch am vorletzten Anstieg wird das Duo abgehängt - und muss zusehen, wie Norwegens Überflieger wieder triumphiert.

Jarl Magnus Riiber (vorne) aus Norwegen jubelt im Ziel über den Sieg, Eric Frenzel (hinten r) verpasst als Vierter eine Medaille nur knapp
Jarl Magnus Riiber (vorne) aus Norwegen jubelt im Ziel über den Sieg, Eric Frenzel (hinten r) verpasst als Vierter eine Medaille nur knapp © dpa/Karl-Josef Hildebrand

Von Uwe Wicher

Oberstdorf. Der Auftrag war unmissverständlich: „Für uns gibt es hier nur eines: Wir wollen angreifen.“ Hermann Weinbuch, der Bundestrainer Nordische Kombination, hatte seine Athleten vor Beginn der nordischen Skiweltmeisterschaften auf ihre Aufgabe in den Tagen von Oberstdorf eingewiesen.

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Der erste Angriff auf das Siegerpodest endete am Freitag knapp daneben. Eric Frenzel, Deutschlands Bester im Wettbewerb mit dem Springen von der Normalschanze und dem 10-km-Freistilrennen, überquerte die Ziellinie als Vierter – nur 5,9 Sekunden nach dem Sieger. Und das war einmal mehr Jarl Magnus Riiber, der norwegische Fast-Dauersieger seit dem vergangenen Winter.

„Natürlich sind wir jetzt erst einmal enttäuscht. Wir haben vier gute Sprünge von meinen Jungs gesehen, wir waren entschlossen in der Loipe, haben alles probiert und dennoch schafften wir es nicht aufs Stockerl“, resümierte Weinbuch nach dem Wettkampf im Zielraum des Skistadions am Ried. Tatsächlich gestaltete sich die Renndramaturgie nicht im Sinne der Deutschen. Frenzel und Fabian Rießle, der letztlich auf Platz sechs einkam, fanden bei ihrer Jagd auf die Spitzengruppe mit Riiber, dem Japaner Akito Watabe und dem Österreicher Johannes Lamparter keinerlei Unterstützung bei der Konkurrenz.

Der Ärger muss raus: Eric Frenzel nach seinem Zieleinlauf.
Der Ärger muss raus: Eric Frenzel nach seinem Zieleinlauf. © dpa/Karl-Josef Hildebrand

Dass hinter dem Sieger der Finne Ilkka Herola und Riibers Landsmann Jens Luraas Oftebro zu Medaillenehren kamen, hatte für den deutschen Kombinationschef einen bitteren Beigeschmack: „Die drei Ersten haben sich eigentlich die ganzen zehn Kilometer versteckt, haben die anderen die Arbeit machen lassen und sich somit geschont. Erst in der Schlussrunde sind sie in Erscheinung getreten.“ Ihre Attacke, als es zum vierten Mal den gefürchteten Burgstall-Anstieg hinaufging, konnten Frenzel und Rießle nicht parieren, da sie zuvor zu viel Kraft beim Aufholen des Rückstandes gelassen hatten. „Ein, zwei Meter weiter beim Springen, dann hätte das Rennen anders ausgesehen“, sagte Weinbuch.

So sah es auch Frenzel, der trotz des sogenannten undankbaren vierten Platzes nicht die geringsten Anzeichen von Unzufriedenheit ausstrahlte. „Ich habe heute nicht viel verkehrt gemacht. Es war ein guter Tag, wenn man so knapp hinter Gold ist“, meinte der 32-jährige Sachse, der für den SSV Geyer startet. Er führte wie auch Weinbuch das kleine Quäntchen an fehlender Weite auf der Schanze an, das ihn auf dem Weg nach ganz vorn ausbremst. „Ich merke aber, dass ich kurz davor stehe, dieses Problem zu lösen. Das gibt mir Mut und Zuversicht für die nächsten Tage“, bekräftigte Frenzel.

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Dabei könnte auch eine Erinnerung an die Oberstdorfer WM von 2005 helfen. Ronny Ackermann, der als Fernsehexperte im Allgäu dabei ist, war an gleicher Stelle vor 16 Jahren in einer ähnlichen Situation wie seine derzeitigen Nachfolger. Kurz vor der Oberstdorfer WM von 2005 hatten die deutschen Winterzweikämpfer schon mal mit Schwierigkeiten auf der Schanze zu kämpfen. Damals habe man eine Woche vor der Anreise „mit Ronny ein Sondertrainingslager in Ruhpolding eingeschoben“, erzählte Weinbuch. Ackermann, zum damaligen Zeitpunkt Führender im Weltcup, wollte in einem Intensivkurs zu seiner Sprungform zurückfinden. „An drei Tagen ist er jeweils 13 Mal hintereinander auf der großen Schanze gesprungen", berichtete Weinbuch und gestand: „Wir haben Blut und Wasser geschwitzt, ob die Form rechtzeitig zurückkommt.“ Erst bei den letzten zwei Sprüngen sei der Knoten geplatzt, und Ackermann holte danach Gold im Einzel und im Sprint.

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