merken
PLUS Sport

Die Müllers und das neue Millionen-Pferd

Mit einem teuren Transfer will die Ehefrau des Fußball-Weltmeister Thomas Müller in die Dressur-Weltspitze vorstoßen.

Im September 2019 freuten sich Thomas Müller und seine Frau Lisa über den Sprung der 31-Jährigen in den deutschen Perspektivkader.
Im September 2019 freuten sich Thomas Müller und seine Frau Lisa über den Sprung der 31-Jährigen in den deutschen Perspektivkader. © Archiv: dpa/Sebastian Gollnow

Von Michael Rossmann

München. Sportlich lief das vergangene Jahr für Lisa Müller äußerst bescheiden. Während Ehemann Thomas mit den Fußballern des FC Bayern München einen Titel nach dem anderen holte, bis es schließlich fünf waren, kam die Dressurreiterin in zwölf Monaten nur auf einen einzigen Start bei einem internationalen Turnier. Und in Dortmund – ausgerechnet – ritt die Frau des früheren deutschen Nationalspielers mit Dave nur auf Platz 14.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Auch die deutschen Meisterschaften fielen für Lisa Müller aus, weil ihr Pferd Stand by me „damals verletzt war“, wie Bundestrainerin Monica Theodorescu erklärt. Auch momentan sei kein Start mit dem Pferd möglich, das die Reiterin mit ihrem sensationellen Sieg beim Masters-Turnier in Stuttgart im November 2019 auf den Weg in die Weltspitze getragen hatte.

Nach den glänzenden Auftritten des Paares in der Schleyer-Halle war sie in den Perspektivkader berufen worden, und mancher träumte bereits von einer gemeinsamen Olympia-Teilnahme der Müllers. Was der Fußballer bei Sport1 als „eine coole Spinnerei“ bezeichnete.

Das Müller-Doppel in Tokio gilt trotz der Verschiebung der Spiele als äußerst unwahrscheinlich, im Kader ist Lisa Müller derzeit nicht mehr. Aber langfristig ist mit der 31-Jährigen in der Weltklasse zu rechnen. „Sie haben ordentlich investiert“, sagt die Bundestrainerin über den neunjährigen Hannoveraner-Hengst D’avie, den die Müllers im vergangenen Sommer beim dänischen Handelsstall Helgstrand Dressage gekauft haben.

Der Wert des Pferdes wird auf einige Millionen Euro geschätzt, denn es war 2018 und 2019 in seiner Altersklasse Weltmeister der Jungen Pferde. Der Fußball-Weltmeister von Rio 2014 schwärmt: „D’avie war der einzige, der uns von den Socken gehauen hat als Nachwuchs-Grand-Prix-Pferd.“

Überhaupt erweist sich der Kicker längst als großer Pferdeliebhaber und -kenner, der das notwendige Fachvokabular nicht nur am Abreiteplatz benutzt. „Besonders hervor sticht seine auffällige Galoppade und sein überragendes Hinterbein“, schwärmt der 31 Jahre alte Fußballer über D’avie. „Seine Rittigkeit und sein Temperament erkennt man dann besonders gut, wenn er nach schwierigsten Lektionen, für die er auch wirklich viel Kraft braucht, direkt im Anschluss entspannten und gelassenen Schritt geht – das zeichnet ihn sicher aus.“

D’avie soll aber nicht nur für den sportlichen Erfolg von Lisa Müller sorgen. „Ich habe gleich gesagt, wenn wir einen Doppel-Weltmeister mit diesem Pedigree, mit diesen Anlagen, wenn wir den kaufen, dann wird der bei uns auch Hengst bleiben“, sagt Thomas Müller. Und die Müllers züchten seit kurzer Zeit auf ihrer Anlage in Otterfing „Pferde für den gehobenen Dressursport“.

Weiterführende Artikel

Der besondere Druck auf Frau Müller

Der besondere Druck auf Frau Müller

Mit berühmten Namen stehen Sportler besonders im Fokus. Das gilt auch für eine Dressurreiterin, die mit einem Fußball-Nationalspieler verheiratet ist.

Gut Wettlkam, südlich von München gelegen, ist inzwischen offiziell EU-Besamungsstation. Dort können Samen von drei Hengsten aus dem Müller-Stall erworben werden. Thomas Müller spricht von einem „coolen Projekt“ und fügt an, dass das Ehepaar „auch in der Pferdezucht unsere Spuren hinterlassen“ will. (dpa)

Mehr zum Thema Sport