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Wie geht’s mit dem Ski-Weltcup in Dresden weiter?

Die Deutschen sind Weltmeister in Sachen Organisation. Das hat der Wettkampf am Elbufer wieder gezeigt. Für die Zukunft gibt es nun eine große sächsische Vision.

Auch 2021 wird am vierten Adventswochenende der Pistenbully am Elbufer unterwegs sein. Die fünfte Auflage des Ski-Weltcups in Dresden ist bereits beschlossene Sache.
Auch 2021 wird am vierten Adventswochenende der Pistenbully am Elbufer unterwegs sein. Die fünfte Auflage des Ski-Weltcups in Dresden ist bereits beschlossene Sache. © Christian Juppe

Dresden. Das Lob kam von allen Seiten, doch schon am Montag war es Schnee von gestern. Genau wie die weiße Pracht, die zu Bergen zusammengeschoben am Elbufer darauf wartet, abzutauen. Die vierte Auflage des Sprint-Weltcups der Langläufer in Dresden geht in die Geschichte ein als eine im harten Lockdown gut organisierte Veranstaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Dresden kann Weltcup. Dass es jedoch auch vor der fünften Ausgabe, die vermutlich am vierten Adventswochenende 2021 ausgetragen wird, erneut Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Veranstaltung in einer Stadt geben wird, ist ebenfalls sicher. Fakt ist, der Ski-Weltverband Fis will an City-Sprints festhalten. Sie sind Zuschauermagneten und bringen den Sport dorthin, wo er sonst nicht ist. Das war in Düsseldorf so, in Stockholm, Prag sowie jetzt in Übersee und Dresden.

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Ernsthafte Gespräche soll es im Frühjahr geben

Beim deutschen Verband wünscht man sich indes ein Nachdenken, wie sich die Attraktivität erhöhen lässt. Andreas Schlütter, sportlicher Leiter der deutschen Langläufer, setzt dabei auf neue Formate. So könnte in einem Jahr ein Nachtsprint am Freitagabend angesetzt werden – und Dresden damit Argumente sammeln, wenn es um die Verlängerung des Vertrags mit dem Weltverband geht. Dieser läuft 2021 aus.

Der deutsche Verband setzt sich in jedem Fall für den Standort ein. „Wir wollen ihn gern behalten“, sagt Schlütter. Die Stadt Dresden und der Freistaat Sachsen müssen ebenfalls ihr Okay geben, sie bezuschussen den Weltcup mit jeweils 300.000 Euro jährlich. „Vom Freistaat gibt es leise Signale, den Weltcup auch aus Imagegründen zu behalten“, sagte Cheforganisator René Kindermann. Ernsthafte Gespräche würden im Frühjahr beginnen.

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Für City-Sprints gibt es aber auch andere Bewerber. Besonders ernst meint es Mailand. Im Zuge der Olympia-Vorbereitung 2026 spricht einiges für die norditalienische Metropole. Doch auch Ideen, Dresden langfristig im Weltcup zu etablieren, gibt es einige. Verlockend klingt dabei ein sächsisches Nordic-Wochenende: Skispringen in Klingenthal, Nordische Kombination in Oberwiesenthal, Langlauf in Dresden. Aus sportlicher Sicht ein Knüller, organisatorisch aber wohl noch eine Nummer zu groß. „Es ist eine Vision, und die sollte man versuchen, Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt Schlütter. (dpa)

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