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Stinkende Post vom Reichsbürger

Keine Woche ohne Prozess gegen sogenannte Reichsbürger. Dieses Mal ging es um einen überaus ekligen Brief ans Finanzministerium.

© Symbolfoto: dpa

Keine Woche ohne Prozess gegen Angeklagte aus der sogenannten Reichsbürger-Szene. Am Donnerstag sollte sich ein 62-Jähriger aus der Nähe von Plauen im Vogtland vor dem Amtsgericht Dresden wegen Beleidigung verantworten. Doch der zehnminütige Prozess nahm einen anderen Verlauf, als üblich bei Angeklagten, die die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesetze ablehnen.

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Reiner T. saß zwar auf der Anklagebank, doch er lehnte es ab, seine vollständigen Personalien zu nennen. Stattdessen packte er seine Kaffeekanne aus und schenkte sich ein Schälchen ein. Der Richter machte dem Angeklagten klar, dass er schon wissen müsse, ob es sich bei dem Mann tatsächlich um den Angeklagten handle. Doch der 62-Jährige, der Gummistiefel trug, schimpfte nur. Daraufhin verwarf der Richter den Einspruch.

Reiner T. soll Ende 2014 in einem Brief Mitarbeiter des Finanzministeriums beleidigt haben. Die Seiten des Schreibens waren mit Kot verklebt. Gegen die 3 600 Euro Geldstrafe hatte er Einspruch eingelegt. Auch das Verwerfungsurteil will der Reichsbürger nun anfechten.

Erst vergangene Woche endete ein Prozess ähnlich, weil der Angeklagte, ein Dresdner Rechtsanwalt, zwar anwesend war, aber nicht am Anklagetisch Platz genommen hatte. Auch er soll Finanzbeamte per Fax beleidigt haben. (SZ/lex)