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Störung im Handynetz

In Neugersdorf arbeitet die Telekom an ihrem Mobilfunkstandort. Kurzzeitige Ausfälle gibt es noch in dieser Woche.

© Rafael Sampedro

Von Gabriela Lachnit

Neugersdorf. Manchmal ist Holger Penter froh, dass er so dicht an der tschechischen Grenze lebt und arbeitet. Zum Beispiel, wenn er dringend auf sein Handy angewiesen ist, aber das Mobilfunknetz der Telekom nicht funktioniert und er keinen telefonisch erreichen kann – oder selbst nicht mobil zur Verfügung steht. „Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“, heißt es dann, wenn ihn jemand anrufen möchte. So wie in der vergangenen Woche. Holger Penter, der mit seinem Bruder Michael Inhaber der Installationsfirma Penter & Söhne in Neugersdorf ist, schwenkt dann auf das tschechische Handynetz um. Jetzt ist das nicht mehr so kostenintensiv wie früher durch den Wegfall der Roaming-Gebühr. Das tschechische Netz ist so dicht an der Grenze nutzbar, sagt Penter. So hätte er Auswirkungen des Ausfalls des Telekom-Mobilfunknetzes in der vergangenen Woche kompensieren können. Er hat über Umwege telefonieren können. Deshalb habe er auch bei der Telekom nicht nachgefragt, was der Grund für die Störung sei, erläutert Holger Penter.

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Auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung bei der Telekom findet sich des Rätsels Lösung. „Derzeit werden Modernisierungsarbeiten an unserem Mobilfunkstandort Ebersbach-Neugersdorf ausgeführt“, sagt Philipp Schindera von der Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom AG. Renè Bresgen von der Telekom erläutert das näher: „Von Zeit zu Zeit müssen technische Komponenten ausgetauscht werden. Das tun wir, um beste Netzqualität zu bieten“, sagt er. In diesem Falle handelt es sich um einen kompletten Umbau einer Antennenanlage, das heißt, alte Antennenkomponenten müssen zurückgebaut und gegen neue Komponenten ausgetauscht werden. Dabei werden die Antennenträger und Stahlbauten erneuert oder umgebaut. Aufgrund der aufwendigen Arbeiten muss die Anlage dabei punktuell außer Betrieb genommen werden. „Es gibt hierbei leider keine Möglichkeiten für Überbrückungsschaltungen“, bedauert Bresgen. Die Arbeiten werden je nach Wetterlage spätestens am 23. März abgeschlossen, informiert der Telekomsprecher weiter. In dieser Zeit kann es jedoch zu kurzzeitigen Ausfällen im Mobilfunknetz der Telekom vor allem im Raum Neugersdorf kommen. Philipp Schindera verweist darauf, dass diese möglichst vermieden werden sollen und wenn dies nicht möglich ist, die Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten. Die Telekom könne jedoch keine genauen Aussagen treffen, wann genau Ausfall ein wird, da dies kurzfristig von der Bauleitung vor Ort entschieden werde. Notrufe seien aber während dieser Zeit unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 möglich, betont Schindera. Diese Nummer könne man auch vom Handy aus anrufen.

Fehlendes Handynetz kaum bemerkt

Andreas Häntsch, Optikermeister in Neugersdorf, hat den Ausfall des D1-Netzes gar nicht bemerkt. „Bei fehlendem deutschen Netz logt sich mein Handy automatisch in das Netz in Tschechien ein“, sagt er. So könne das Mobilfunknetz kurzzeitig weg gewesen sein, ohne dass er es festgestellt hätte, so der Optikermeister. Matthias Richter, der Elektroinstallateurmeister aus Ebersbach, hat vom Ausfall des Mobilfunknetzes nicht viel mitbekommen. Nur im oberen Bereich von Neugersdorf habe er ein paar kleine Probleme gehabt. Beate Israel, Inhaberin einer Physiotherapie in Ebersbach, bestätigt, dass sie mit ihrem Handynetz keinerlei Ausfall gehabt habe. Sie nutze den Anbieter 1&1. Auch Nutzer des Mobilfunknetzes von Vodafone waren und sind von den Ausfällen überhaupt nicht betroffen.

„Für das Mobilfunknetz von Vodafone in Ebersbach-Neugersdorf sind uns aus der vergangenen Woche keinerlei Einschränkungen bekannt“, versichert Volker Petendorf, Konzernsprecher und Chef vom Dienst in der Pressestelle von Vodafone Deutschland. Alle Mobilfunkstationen dieses Anbieters waren durchgehend in Betrieb, bestätigt er. Die Kunden konnten wie gewohnt mit ihrem Handy mobil telefonieren und mit ihrem Smartphone oder Tablet auch unterwegs im Internet surfen, berichtet er weiter.