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Stolpen übt den Mut zur Heimat

Eine neue Veranstaltungsreihe rückt die Einwohner in den Mittelpunkt. Und sie soll ihrer Stimme Gewicht verleihen.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

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Stolpen. In Stolpen herrscht Aufbruchstimmung, nicht nur wegen des Jubiläumsjahrs. An verschiedenen Ecken versuchen Einwohner, etwas zu bewegen, für sich und für andere. Tourismuschefin Annett Immel und Pfarrer Christian Heurich gehören dazu. Wohl auch, weil beide wissen, dass es unter den Einwohnern Gesprächsbedarf gibt, dass sie unzufrieden sind mit sich, mit der Politik und, und, und. Pfarrer Christian Heurich bekommt das in seiner Kirchgemeinde täglich mit. Und so keimte auch die Idee auf, thematische Gottesdienste zum Thema Heimat zu feiern. „Viele Leute machen sich Gedanken zum Thema Heimat. Wir wollen versuchen, das so anzugehen, dass es nachhaltig wirkt.“ Noch bis zum 11. Februar stehen die Gottesdienste in der Stolpener Stadtkirche unter diesem Motto.

Heimat ist ein vielschichtiger Begriff mit unzähligen Facetten. Und so kam Pfarrer Heurich die Idee, im Zusammenhang mit Stolpen 800 die „Stolpener Gespräche“ ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit Tourismuschefin Annett Immel, Matthias Netwall vom Verein Projekt Leben und Juliane Pitzschel wurden die ersten Inhalte gesetzt.

Diese sollen anregen, einen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft zu richten. Was hat die Heimat geprägt und was ist in den nächsten Jahren wichtig? „Wir schaffen eine Plattform für Menschen, um miteinander reden zu können. Wir laden uns dazu Gäste ein, die sich irgendwie mit dem Thema Heimat beschäftigen“, sagt der Pfarrer. Jeder Mensch brauche Heimat. „Machen wir uns mit anderen auf die Suche und helfen uns, diese zu finden“, so Christian Heurich. Das Organisatorenteam will Mut machen, den Begriff Heimat als nichts Angestaubtes zu betrachten, sondern darüber zu reden.

Es sei spannend, zu erfahren, wie Menschen Heimat definieren. Für manche ist es ein Ort, für manche sind es Gefühle, die Heimat bedeuten. Wichtig ist den Organisatoren, dass die Menschen nicht denken, sie seien wegen ihrer Meinung aus diesen Gesprächsrunden ausgeschlossen. Jeder könne kommen, sich äußern. Die Fronten seien in verschiedenen Bereichen verhärtet. Davor verschließen die Organisatoren nicht ihre Augen. Man hoffe, dass man in diesen Gesprächsrunden lernt, aufeinander zuzugehen. Für Annett Immel bedeutet das auch, dass die Menschen mitunter erst einmal lernen müssen, zuzuhören. Man müsse sich Zeit lassen, den anderen zu verstehen, um sich erst danach ein Urteil zu bilden. Mit der Reihe solle auch ein Schritt dafür getan werden, dass sich in Stolpen die Kultur des Miteinanders wie auch die Gesprächskultur entwickelt. „Man muss lernen, unterschiedliche Meinungen zu tolerieren und zu akzeptieren“, sagt Annett Immel.

Zum ersten Stolpener Gespräch kommen als Gäste Antje Hermenau, ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete, sowie Frank Richter, bis 2017 Direktor der Landeszentrale für politische Bildung. Termin: 23. März, 19.30 Uhr, Ratssaal, Markt 26 in Stolpen. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Journalisten und Autor Peter Ufer.