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Verwirrung um Stolpens Citymanagerin

Simone Schöne unterstützt als City-Managerin seit 2016 die Stadt mit verschiedenen Projekten. Damit könnte bald Schluss sein. Woran das liegt.

Simone Schöne begleitet die Stadt als City-Managerin seit 2016. Das Stadtspiel ist eine der Erfolgsgeschichten unter ihrer Regie.
Simone Schöne begleitet die Stadt als City-Managerin seit 2016. Das Stadtspiel ist eine der Erfolgsgeschichten unter ihrer Regie. © Steffen Unger

Die Belebung der Innenstadt von Stolpen ist das große Ziel. Dafür kann sich die Stadt beim Zentrumsmanagement bedienen. Ein gefördertes Projekt "Lebendige Zentren" unter Federführung der Stadtentwicklung Dresden, der Steg. Seit 2016 begleitet Simone Schöne als City-Managerin das Projekt in Stolpen. Jetzt geht es um die Zukunft. Um ihre und um die der Stadt.

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Die jährliche Verlängerung des Projekts schien im Stadtrat eher eine Formalie, eine, um die zwar diskutiert, die aber letztlich immer beschlossen wurde. Doch so einfach war das dieses Mal im Stadtrat nicht. FDP-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Friedrich monierte, dass dem Stolpener Ortschaftsrat das Konzept nicht vorgelegt wurde. Aus welchen Gründen auch immer. Aber er wollte das Gremium, dem er selbst vorsteht, nicht übergehen. Damit blieb es letztlich nur bei der Beratung des Punktes im Stadtrat, was insofern problematisch sein könnte, weil das ganze Zentrumsmanagement auf der Kippe steht.

Deshalb war wohl auch Uwe Steinacker, der Chef der Steg, einigermaßen konsterniert. Er erklärt auch, warum. Der Anstellungsvertrag von Simone Schöne endet im Dezember 2021. Bei einer dreimonatigen Kündigungsfrist müsste das Unternehmen zum 30. September die Kündigung aussprechen. Es ist dann Simone Schönes gutes Recht, sich einen neuen Job zu suchen. Für die Stadt Stolpen stünde sie dann nicht mehr zur Verfügung. Im Stadtrat versuchte man zwar zu beruhigen. Man wolle das Zentrumsmanagement auf jeden Fall mit ihr fortsetzen. Doch rein rechtlich sind das nur Lippenbekenntnisse.

Stadtspiel erweist sich als Erfolgsgeschichte

Dabei ist die Stadt mit Simone Schöne und dem vom Freistaat geförderten City-Management doch recht gut gefahren. Projekte wie der Erfolgsschlager Innenstadtspiel "Findet mit Geist & Maus Stolpener Geschichten heraus" wurden auf den Weg gebracht. Das Mäusewecken im Frühjahr, die Weihnachtsaktionen, die Unterstützung bei Märkten in Stolpen, die italienischen Tage. Dazu kommt, dass die Stadt Stolpen mit Beiträgen aus dem Zentrumsmanagement bei Wettbewerben Preisgelder gewinnen konnte.

Schwierig scheint es allerdings, das ganz große Ziel, die Wiederbelebung von Geschäften und Gaststätten in Stolpen, umzusetzen. Der Leerstand ist nicht zu übersehen, wirkliche Neuansiedlungen sind nicht in Sicht. Man könne es nur immer wieder probieren. Das Ganze hänge aber auch von den Hauseigentümern ab, sagt Uwe Steinacker. Einige Gespräche hat es schon gegeben. So richtig zum Erfolg hat das offensichtlich noch nicht geführt. Deshalb soll das weiter auf der Agenda von Simone Schöne stehen.

Wie es nun weitergehen soll

Der Stolpener Ortschaftsrat wird sich nun am 4. Oktober mit dem Konzept befassen. Danach soll auf kurzem Weg ein Beschluss zur Weiterführung des Zentrumsmanagements im Stadtrat gefasst werden. Damit wäre gesichert, dass Simone Schöne City-Managerin bleibt und die geplante Erweiterung des Stadtspiels über die Bühne gehen und zehn neue Maus-Projektpaten aufgenommen werden könnten. Die Website für das Stadtspiel ist bereits online und kann abgerufen werden. Damit dürfte ein weiterer wichtiger Punkt erledigt sein, den Bekanntheitsgrad von Stolpen neben der Burg zu steigern. Außerdem sollen die Gespräche mit Gewerbetreibenden und Hauseigentümern fortgesetzt werden.

Nur der Wunsch, dass etwas für die Ortsteile mit herausspringt, wird sich nicht erfüllen. Aus Sicht von CDU-Fraktionsvorsitzendem Roman Lesch wäre es gut, in Zukunft den Zentrumsgedanken in die Breite zu tragen. Doch so einfach ist das offenbar nicht. Das Förderprogramm "Lebendige Zentren" erstreckt sich derzeit nur auf Stolpens Innenstadt. Sollte ein Ortsteil davon profitieren, müsste man sich ganz neu darum bewerben, so Uwe Steinacker.

Das jetzige Förderprogramm läuft Ende 2024 aus. Deshalb steht die Frage: Wie geht es danach weiter? Aus Sicht von Stadtrat Arnd Böhmer (CDU) müssten die nächsten zwei Jahre für Umstrukturierungen genutzt werden. "Es wäre wichtig, damit die Projekte, die es jetzt gibt, künftig auch auf eigenen Beinen stehen können", sagt er. Diese Aufgabe kann aber nur erfüllt werden, wenn das Zentrumsmanagement weitergeführt wird.

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