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Stolze Kegler

Strahwalder machen ihre Kegelbahn fit für die Zukunft. Die Sportler sammelten dafür Geld und legten selbst Hand an.

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© Rafael Sampedro

Von Steffen Gerhardt

Strahwalde. Die beiden neuen Kunststoffbahnen glänzen in ihrem Himmelblau um die Wette. Aber sie sind es nicht allein, die der Kegelbahn in Strahwalde ein neues Aussehen geben. Die gesamte Anlage wurde erneuert, und darauf sind die Strahwalder stolz. Denn mit dieser Investition sichert sich die Sportgemeinschaft Strahwalde diese Kegelbahn als eine Stätte für Wettkämpfe und Meisterschaften für die Zukunft.

Fast drei Jahre hat das gedauert, berichtet Thomas Kahl. Er ist Vorsitzender der Sektion Kegeln in der SG Strahwalde. „Aber jetzt sind wir froh, dass wir den Umbau geschafft und eine moderne Anlage haben.“ Denn mit der bisherigen Kegelanlage standen die Sportler inzwischen auf dem Schlauch, sagt Gerold Stübner. Er ist der Kassenwart bei den Keglern. „Mitte der 1990er Jahre wurde diese Anlage von uns eingebaut, aber sie war gebraucht und stammte aus den 1970er Jahren. Damals waren wir aber froh über diese Anschaffung“, erzählt Stübner. Wettkämpfe und Meisterschaften konnten weiterhin in Strahwalde ausgetragen werden, denn die neue alte Aufstellanlage entsprach den damaligen Richtlinien für Wettkampfstätten.

Aber in den letzten Jahren machte sich der Verschleiß immer mehr bemerkbar. Hinzu kam, dass kaum noch Ersatzteile aufzutreiben waren und der Hersteller nicht mehr existierte. „Es sollte und musste für uns weitergehen, deshalb entschlossen wir uns, für eine neue Anlage zu sparen, bevor wir einen Antrag auf Sportförderung beim Landessportbund Sachsen stellen“, nennt Thomas Kahl den Werdegang. Denn zum Nulltarif gibt es die neue Anlage nicht. Das wurde den Keglern beizeiten bewusst und sie suchten sich Sponsoren. Das brauchte seine Zeit. Deshalb konnte es mit dem Bau erst im zweiten Halbjahr 2015 losgehen, nachdem der Antrag an den Landessportbund im April gestellt wurde.

47 000 Euro sollte der gesamte Umbau kosten. Gefördert wurde dieser zur knappen Hälfte über den Sportbund. Die Stadt Herrnhut gab innerhalb ihrer Sportförderung für Vereine 7 000 Euro dazu. Unterm Strich blieben aber noch rund 18 000 Euro für die Sportgemeinschaft offen. An Spenden wurden 11000 Euro eingesammelt. Den fehlenden Rest an Geld steuerten die Sportfreunde aus ihrem über die Jahre angesparten Vereinsguthaben bei, aber auch in Form von Muskelkraft, erklärt Thomas Kahl. „Wir sind auf über 300 Arbeitsstunden gekommen. Begonnen mit Abrissarbeiten und der Demontage der alten Anlage bis hin zu Putzarbeiten und dem Anbringen der Heizkörper“, fasst Thomas Kahl die Arbeiten der Kegler zusammen. Hinzu kam noch, dass eine Akustikzwischendecke mit Beleuchtung über die Doppelbahn eingezogen wurde, um die Geräusche zu dämpfen.

„Jetzt haben wir gut die nächsten 20 Jahre ausgesorgt“, ist Gerold Stübner überzeugt und zeigt auf eine gelbe Urkunde an der Wand. Sie bescheinigt den Strahwaldern, dass sie vom Deutschen Kegelbund Classic zertifiziert sind und weiter im Wettkampfbetrieb kegeln dürfen. Jugendwart Markus Rikl ist überzeugt, dass die beiden neuen Bahnen auch für die Jüngeren interessant sind und sie für den Kegelsport begeistern können. „Wir sind 47 Mitglieder in der Sektion, davon neun Kinder und Jugendliche“, zählt Markus Rikl auf. Damit die Mannschaften auch künftig gut vertreten sind, macht sich Nachwuchsarbeit weiterhin notwendig. Denn vor drei Jahren trainierten noch 17 Schüler in Strahwalde. Inzwischen sind einige in die Männermannschaften aufgerückt und kegeln jetzt in der Kreisklasse mit.

Erfolgreich sind die Strahwalder nach wie vor, auch beim Nachwuchs. Einen dritten Platz bei der Kreismeisterschaft der Jugend in Hagenwerder holte sich jetzt Franka Kirmer. Aber auch auf den Titel Kreismeister können die Strahwalder in den zurückliegenden Jahren verweisen. „Hier zahlt sich die kontinuierliche Trainingsarbeit mit den Jugendlichen aus“, sagt der Jugendwart. Dazu besteht jeden Freitag die Möglichkeit. 15 Uhr beginnen die Nachwuchskegler und ab 19 Uhr sind die Männer auf den beiden Bahnen unterwegs. „Wer bei uns mal reinschnuppern will, ist herzlich willkommen“, erklärt Markus Rikl. Das ist nicht nur im Rahmen des Vereinssports möglich, sondern auch, um sportlich zu feiern. Denn für Familienfeiern öffnen die Kegler ebenfalls ihre Einrichtung. Damit befinden sie sich in guter historischer Tradition. Als die Kegelbahn in den 1920er Jahren gebaut wurde, stand nebenan der „Kretscham“. Schon damals wussten die Strahwalder Geselligkeit mit Sportlichkeit zu verbinden.

http://sektion-kegeln.npage.de/index.html