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Strehla erwartet Asylbewerber

Ende August könnten der Kommune die ersten Flüchtlinge zugewiesen werden. Die Nachbarn bekommen jetzt Post.

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© Matthias Seifert

Von Eric Weser

Noch Ende dieses Monats könnten Strehla die ersten Asylbewerber zugewiesen werden. Damit rechnet zumindest Vize-Bürgermeister Heiko Zscheile (Freie Wählergemeinschaft). Auf SZ-Anfrage bestätigte der Interims-Stadtchef am Dienstag

, dass derzeit die Vorbereitungen für die Ankunft von Flüchtlingen getroffen werden. Anfang August hatten die Stadt und der Landkreis Meißen die Mietverträge für kommunale Wohnungen unterzeichnet. Dem Kreis zufolge sind sie bezugsfertig. In den Wohnungen auf der Bahnhofstraße, der Ernst-Thälmann-Straße und Am Wasserwerk können nach Auskunft des Landratsamtes insgesamt elf Menschen unterkommen.

Laut Vize-Bürgermeister Zscheile will die Stadt die Anwohner, die in Nachbarschaft der Asylunterkünfte leben, zu einer Informationsveranstaltung einladen. Dort sollen offene Fragen geklärt werden. „Die Anwohner machen sich natürlich Gedanken. Wir möchten durch maximale Transparenz Vertrauen schaffen.“

Termin „noch offen“

Das dürfte nicht einfach werden: Bis jetzt sei noch nicht klar, wann genau Asylsuchende in Strehla ankommen, in welcher Konstellation und aus welchen Herkunftsländern – die Informationslage ist also dürr. „Die Terminketten sind kurz, wir rechnen mit drei Tagen Vorlaufzeit vor der Ankunft“, so Heiko Zscheile. Das sei unbefriedigend, aber nicht zu ändern. Aus dem Landkreis hieß es auf SZ-Anfrage, der Bezugstermin sei „noch offen.“

Am Montag hatte sich die schon vor längerem von der Stadt einberufene Asyl-Arbeitsgruppe getroffen. Mit dabei waren Vertreter der Verwaltung und der Diakonie, die die Asylsuchenden im Auftrag des Kreises betreuen wird. In der Runde sei die Idee einer Patenschaft für die jeweiligen Asylbewerber-Unterkünfte aufgekommen. „Wir stellen uns darunter eine Mittelsperson zwischen Stadt und Diakonie vor, die schnell reagieren kann“, so Heiko Zscheile. Interessenten können sich bei der Stadtverwaltung melden, so Zscheile.

Mit dem knappen Dutzend an Plätzen liegt Strehla trotz allem noch deutlich unter der vom Kreis geforderten Soll-Zahl von 38 Plätzen. Heiko Zscheile geht davon aus, dass Strehla diese Zielstellung langfristig erfüllen wird. Ob der Landkreis Verhandlungen mit privaten Vermietern über Asylunterkünfte in Strehla führt, konnte das Landratsamt gestern weder bestätigen noch dementieren.