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Strinks trotzt Sturm und Nieselregen

Ganz Strehla ist beim großen Festumzug am Sonntag in Feierlaune.

Hunderte Mitwirkende und Tausende Zuschauer erlebten am Sonntag im Elbestädtchen Strehla den großen Faschingsumzug. An der Spitze das Prinzenpaar Sandra I. und Sandro I. im Cabrio, gefolgt von der ebenfalls bestens gelaunten Funkengarde und Bildern ganz ©  Sebastian Schultz

Strehla. Leicht stoppen lassen sich die Strehlaer Narren nicht, wenn es um ihren Karnevalsumzug geht. Weder der heftige Wind noch einige Regentropfen verhinderten, dass das kleine Elbestädtchen mit seinen zahlreichen Faschingsanhängern am Sonntag wieder gebührend feiern konnte. Und das Thermometer zeigte immerhin auch zehn Grad mehr an als im Vorjahr! Ausgelassen ging es schon ab 13 Uhr beim Zusammenstellen des Festumzuges zu. Von den großen Wagen, die „Bilder“ genannt werden, dröhnte laute Stimmungsmusik – und die Besatzungen waren sichtlich in Feierlaune: „Hella – Hello – Hellau!“

Kein Wunder, denn einige Strehlaer Karnevalisten hatten sich schon am Sonnabend in Mannschatz beim dortigen Faschingsumzug sozusagen „warmgelaufen“. Im Gegenzug gastierten die Narren aus dem kleinen Oschatzer Stadtteil am Sonntag beim Strehlaer Carnevals Club (SCC) – und hatten gleich noch ihr bestes „Bild“ mitgebracht. „Daran haben wir vier Wochen mit rund 20 Leuten gebaut“, sagt einer der „Piraten“ über das große Schiff, das bei der Abstimmung in Mannschatz zum schönsten Umzugswagen gekürt wurde.

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Insgesamt 55 Bilder fahren mit

„Stimmt, die Mannschatzer waren wieder mit einigen Wagen hier bei uns dabei“, sagt SCC-Pressesprecher Thomas Münch, der später selbst auf einem der Strehlaer Karnevalswagen unterwegs ist und Bonbons in die Zuschauermassen wirft. „Es sind dieses Jahr wieder 55 Bilder bei unserem Festumzug dabei. Heute sind rund 150 Ehrenamtliche im Einsatz und wir haben schon seit neun Uhr morgens die Straßenabsperrungen aufgebaut. Wenn es gut läuft, sind wir gegen 18.30 Uhr mit dem Abbau fertig.“ Einige auswärtige Autofahrer staunten übrigens auch am Sonntag wieder nicht schlecht, dass die Bundesstraße 182 durch Strehla ab Mittag dicht war.

Jörg Jeromin war mit einigen Mitstreitern ganz in Weiß und einem kleinen Wägelchen beim Umzug dabei. Hinten drauf ein kleiner Computerbildschirm samt Tastatur. „Unser Thema heißt Zukunft digitales Zeitalter“, sagt der Strehlaer Bürgermeister, den unter seiner blonden Langhaar-Perücke vermutlich nicht jeder erkannt haben dürfte. Bedenkt man das diesjährige Motto des Karnevals – „Ganz Strinks – wagt einen närrischen Zeitensprung“, dann dürfte klar sein, was Jeromin sich demnächst für Strehla erhofft. Sicherlich ein gut ausgebautes Breitbandnetz mit Glasfaserkabeln für seine Bürger.

Auch die Wikinger sind am Start

Während der Rathauschef mit seinem Motto also die Zukunft im Blick hatte, sind andere Narren und Närrinnen am Sonntag tief in die Vergangenheit abgetaucht. „Wir sind seit 42 Jahren beim Karneval in Strehla dabei“, sagt eine ältere Frau im Wikingerkostüm. Ihre jüngere Begleiterin lächelt und meint: „Wir sind sozusagen die Oldstars.“ Unterwegs war die martialisch geschminkte Damenriege dann später beim Umzug auf und neben einem Pick-up, der ein langes Wikingerschiff geladen hatte. „Da haben wir diesmal vier ganze Tage dran gearbeitet.“

Angeführt wurde der Festumzug bei der 43. Carnevalssaison in Strehla traditionell vom aktuellen SCC-Prinzenpaar Sandro I. und Sandra I., die in einem schmucken Mercedes Cabrio chauffiert wurden. Dann folgten die Funkengarde und drei große SCC-Festwagen. Dahinter hatten die Narren und Närrinnen ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Ein Ufo mit grünen Männchen fand sich ebenso wie eine Zeitmaschine, ein paar Ketzern und einem Partymobil, mit dem man zum Mond fliegen kann – irgendwann vielleicht. Andere Strinkser hatten sich in den Wilden Westen abgeseilt. Ihr kleiner Bollerwagen wurde von zwei „Pferden“ durch die Stadt gezogen.

„Wir sind mit dem heutigen Festumzug sehr zufrieden“, erklärte am Sonntagabend SCC-Pressesprecher Thomas Münch. „Es waren erstmals Teilnehmer vom Beilroder Karnevalsclub 1953 bei Torgau dabei. Und natürlich viele aus der gesamten Umgebung von Strehla. Beispielsweise aus Schirmenitz, Cavertitz und natürlich Riesa. Außerdem hat auch das Wetter gut mitgespielt.“ Weiter ging es dann ab 17 Uhr im Strehlaer Lindenhof mit dem großen Ausklang für alle Umzugsteilnehmer. „Der geht vielleicht bis 21 Uhr, nicht viel länger“, meint Münch. Denn einen Tag später steht an gleicher Stelle ja schon der Rosenmontagsfasching auf dem Programm.