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Stützkorsett für die Simselwitzer Blasebalgstube

Die Deckenbalken der Kirche hängen durch. Der Grund dafür ist auf dem Dachboden zu finden.

Die Kirche in Simselwitz ist in den 1980-er Jahren schon einmal saniert worden. Jetzt gibt es neuen Sanierungsbedarf.
Die Kirche in Simselwitz ist in den 1980-er Jahren schon einmal saniert worden. Jetzt gibt es neuen Sanierungsbedarf. © André Braun

Döbeln. Die evangelische Kirchgemeinde Döbeln treibt die Sanierung ihrer Gotteshäuser voran. In diesem Jahr soll es in Simselwitz weitergehen. „Sobald es das Wetter zulässt, wird das Gerüst aufgestellt“, sagte Pfarrer Lutz Behrisch. 

Das Problem sitzt unter dem Dach der Kirche. Dort war vor langer Zeit eine Fachwerkkammer mit Lehmwänden für den Blasebalg der Orgel eingebaut worden. Deren Gewicht drückt auf die darunterliegenden Deckenbalken. „Die Balken haben sich schon etwa zehn Zentimeter durchgebogen“, sagte Behrisch.

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Große Holzträger sollen das Gewicht der Fachwerkstube abfangen und die Decke entlasten. „Der Holzgutachter will sich auch die Balken anschauen. Gemeindeglieder werden dafür die Vorarbeiten leisten und die Decke aufmachen“, sagte Behrisch. Weil das nicht ohne Staub und Dreck abgeht, hat ein Orgelbauer die historische Göthel-Orgel eingehaust.

Nach dem Einbau des zusätzlichen Tragwerks zur Entlastung der Decke geht es mit dem Dach weiter. Der Dachstuhl sei in den 1980er-Jahren schon einmal instand gesetzt worden, sagte Behrisch. 

Die Betonsteine auf dem Dach werden gegen sogenannte Biberschwänze getauscht. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Kosten betragen rund 200 000 Euro. Die Kirchgemeinde erhält dafür 100 000 Euro Fördermittel von der Leader-Region Klosterbezirk Altzella. Ein Zuschuss kommt auch von der Landeskirche, so Behrisch.

Die historische Göthel-Orgel von 1863 hatte die Kirchgemeinde vor zehn Jahren sanieren lassen. Die war zwar in keinem schlechten Zustand, aber die Holzteile waren in den 1980-er Jahren gegen Schädlingsbefall mit dem Schutzmittel Hylotox behandelt worden, das heute nicht mehr zulässig ist. Eine Firma hatte die chemische Lasur entfernt. Die Orgel wurde in diesem Zuge gestimmt und neu eingestellt.

Wie schnell Zeitpläne über den Haufen geworfen werden, erlebt der Pfarrer gerade an der Kirche in Technitz. Dort wurde im vergangenen Jahr damit begonnen, die Nordfassade zu erneuern und damit die Außensanierung zu Ende zu bringen. Im Herbst sollte alles fertig sein. Aber bis heute steht ein Gerüst an der Fassade. 

Es gab Schwierigkeiten, schnell den benötigten Sandstein für die Auffrischung der Natursteinelemente zu beschaffen. „Der Sandstein wird fürs Stadtschloss in Berlin gebraucht“, sagte Behrisch. Nur der Sockel ist noch neu zu verputzen und die Fassade zu streichen. „Dafür müssen wir aber auf Temperaturen über fünf Grad warten.“