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Suche nach verschollenen Kunstwerken

Ein anonymer Hinweis lässt den Museums- und Geschichtsverein in Bischofswerda aktiv werden. Betroffen auch die aktuelle Malerviertel-Schau.

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Von Gabriele Naß

Bischofswerda. Nachweislich gibt es in Bischofswerda „viele öffentliche Auftragswerke aus DDR-Zeiten“, die nicht mehr auffindbar sind. Das sagt Eberhard Lehnert vom Museums- und Geschichtsverein Bischofswerda mit Verweis auf einen anonymen Hinweis in den letzten Tagen. Er selbst und der Verein wollen dem Hinweis nachgehen und für Aufklärung sorgen, um Werke zu retten.

Bei den verschollenen Sachen soll es sich auch um Bilder der Bischofswerdaer Kunsterzieher und Maler Siegfried Hedusch und Hellmuth Tischer handeln, „vor allem um Hedusch“, sagt Eberhard Lehnert. Beiden Künstlern und Paul Kegel ist zurzeit eine Ausstellung in der Carl-Lohse-Galerie gewidmet. Die nicht mehr lebenden Künstler sind in Bischofswerda und Umgebung sehr bekannt und beliebt. Nach Hedusch und Tischer wurden die beiden neuen Straßen im Wohngebiet am Paul-Kegel-Weg benannt.

In der DDR wurde Kunst bei Künstlern regelmäßig in Auftrag gegeben und oft staatlich finanziert. Die Werke zierten dann unter anderem dem damaligen Rat des Kreises, Gebäude der HO oder Büros in großen Betrieben wie Fortschritt. Es handelte sich dabei zumeist um recht große Bilder. Die Familien der verstorbenen Künstler Hedusch und Tischer wissen, welche Arbeiten existiert haben, aber nicht, wo viele von ihnen jetzt sind.

Zu befürchten steht, dass Kunstwerke nach der Wende absichtlich oder aus Versehen auf dem Müll gelandet sind, weil anderes wichtiger war. Würden sie unbeachtet in Kellern lagern, könnten sie vielleicht restauriert und gerettet werden, sagt Eberhard Lehnert. Vielleicht hängen sie aber auch bei Privatpersonen im Haus, die sie ganz legal erworben haben. Möglich war das Abhandenkommen unter anderem, weil es nach der Wende jahrelang an vielen Stellen keine Inventuren gegeben hat.

Hinweise an den Museums- und Geschichtsverein, Eberhard Lehnert, 03594 714738.