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Süße Geschenke aus dem Eibauer Supermarkt

Nahkauf-Inhaber Enrico Hohlfeld sitzt nach Weihnachten auf einem Berg von Spekulatius & Co. Nun verteilt er sie an Kindergärten, Schulen und Altenheime.

Von Markus van Appeldorn
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Lara Neumann (r.) und Susann Asmus vom Nahkauf Einkaufsmarkt in Eibau mit weihnachtlichen Süßkram der an Kindereinrichtungen verschenkt wird.
Lara Neumann (r.) und Susann Asmus vom Nahkauf Einkaufsmarkt in Eibau mit weihnachtlichen Süßkram der an Kindereinrichtungen verschenkt wird. © Foto: Matthias Weber

Die Weihnachtszeit beginnt im Handel ja immer dann, wenn die ersten Spekulatius und Lebkuchen die Regale füllen - gefühlt ist es immer im Spätsommer soweit. Doch kaum ist Weihnachten dann auch kalendarisch tatsächlich rum, ist der Süßkram selbst mitten im Winter Schnee von gestern. Schließlich streckt der Osterhase im Schokoregal schon seine Löffel aus. Alles, was irgendwie weihnachtlich ist, muss raus. In den meisten Supermärkten gibt's Lebkuchen & Co dann zu Schleuderpreisen.

Enrico Hohlfeld, Inhaber des Nahkauf in Eibau, saß nach den Feiertagen auch auf einem ganzen Berg von Weihnachtsnaschereien. In diesem Jahr sogar auf einem besonders großen. "Man kann das als Händler oft nur schwer kalkulieren", sagt er, "wegen der lange anhaltenden hohen Temperaturen im letzten Jahr bis in den November kam das Weihnachts-Feeling bei den Kunden erst spät auf." Aber bei ihm drängt jetzt eben auch die Osterware ins Regal. Statt die gut 900 Kilo Stollen, Spekulatius, Lebkuchen und Schokolade im Preis zu reduzieren, entschied sich Enrico Hohlfeld für die Lösung "Zweite Bescherung" - er verschenkt das ganze Zeug. Nicht an jedermann, sondern etwa an Kindergärten, Schulen, Altenheime oder andere gemeinnützige Einrichtungen. "Wir beliefern ja auch viele Kindergärten mit Obst und Gemüse. Jetzt freuen sich die Kinder, dass sie auch mal was zum Naschen bekommen", sagt er. Das Angebot gilt für Selbstabholer. Die müssen nur nachweisen, dass sie im Auftrag einer gemeinnützigen Einrichtung kommen.

Die Süßwaren haben alle ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis Ende März oder April. Auch ein Grund, warum die Ware weg muss. "Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erst abgelaufen ist, darf ich die Ware nicht mehr an Kindergärten verschenken", sagt Enrico Hohlfeld. Die Tafel würde solche Ware zwar dann auch noch annehmen. Aber allein der schieren Menge wegen würde dann ein großer Teil der Ware dennoch zwangsläufig im Müll landen. "Das tut mir immer leid, wenn so etwas weggeworfen werden muss", sagt der Händler. Rund 15 Einrichtungen hat er mittlerweile beglückt, neben Kindergärten und Schulen der Umgebung auch das Flüchtlingsheim in Friedersdorf. Einen 30 Kilo schweren Karton schickte er sogar einer Freundin nach München, die dort in einem Kindergarten arbeitet. Auf gut 7.000 Euro schätzt Enrico Hohlfeld den ursprünglichen Verkaufspreis der Ware. "Das ist unternehmerisches Risiko", sagt er, "wenn die Kinder sich freuen, bin ich zufrieden."

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