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Bautzen

Dem Kriegsende gedacht

Zum Tag der Befreiung wurden in Bautzen an einer besonderen Stelle Blumen niedergelegt. Auch an anderen Orten fanden Gedenkveranstaltungen statt.

Der Stolperstein zur Erinnerung an die Jüdin Elise Sussmann wurde im Dezember vergangenen Jahres in der Bautzener Töpferstraße verlegt. Zum 8. Mai legt der SPD-Ortsverein an dieser Stelle Blumen nieder.
Der Stolperstein zur Erinnerung an die Jüdin Elise Sussmann wurde im Dezember vergangenen Jahres in der Bautzener Töpferstraße verlegt. Zum 8. Mai legt der SPD-Ortsverein an dieser Stelle Blumen nieder. © Archivfoto: Miriam Schönbach

Bautzen/Königswartha/Kamenz. Der SPD-Ortsverein Bautzen gedenkt heute dem Ende des Faschismus in Deutschland und den Opfern des Zweiten Weltkrieges. Vertreter legen um 12 Uhr am Stolperstein in der Töpferstraße 35 Blumen nieder.

„Dort wohnte Elise Sussmann, deren Geschäft weit unter Wert an den Unternehmer Erich Steglich übergeben wurde“, erklärt der Ortsvereinsvorsitzende Eckart Riechmann. Steglich habe die Situation ausgenutzt und sich am Eigentum der jüdischen Mitbürger bereichert. Elise Sussmann zog 1939 nach Berlin und wurde am 3. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Ein Nachfahre Steglichs veranlasste die Verlegung des Stolpersteins.

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„Diese Art der Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte kann ich nur begrüßen“, so Eckart Riechmann. Er wünsche sich, dass in viel mehr Familien darüber geredet werde, wie die Großeltern die Zeit des Hitler-Faschismus erlebt haben. „Unsere Groß- und Urgroßeltern haben alle in der Zeit auch in Bautzen gelebt und mussten sich entscheiden, ob sie solch ein verbrecherisches System mittragen wollten oder nicht. Und dies aus heutiger Sicht in den Familien zu bereden, das halte ich anlässlich des heutigen 8. Mai für wünschenswert“, sagt der Vorstandsvorsitzende. 

Die Gefallenen geehrt

In Königswartha fand am Freitag ebenfalls ein Gedenken anlässlich des Tages der Befreiung statt, und zwar am Denkmal für gefallene sowjetische und polnische Soldaten. Daran nahmen unter anderem Bürgermeister Swen Nowotny, Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik und Günter Holder, Mitglied des Domowina-Regionalvorstandes, teil, berichtet Domowina-Pressesprecher Marcel Brauman.

Der Vorläufer des Denkmals war 1946 im Zuge der ersten Schadźowanka (Treffen sorbischer Studenten) nach dem Krieg entstanden. Daran erinnerte der sorbische Schriftsteller Křesćan Krawc. Über die schweren Kämpfe der letzten Kriegstage in der  Region referierte der sorbische Journalist Manfred Laduš.

Die Gedenkveranstaltung am neuen Friedhof war vom Domowina-Regionalverband „Jan Arnošt Smoler” Bautzen organisiert worden. Unter den über 20 Anwesenden war unter anderem auch Pfarrer Robert Malink mit Familie und der Vorsitzende des Vereins Maćica Serbska, Jurij Łušćanski.

Die Stadt Kamenz beging den 8. Mai mit Gedenken am Sowjetischen Grab- und Ehrenmal, an der Erinnerungsstätte der Gefallenen im Zweiten Weltkrieg auf dem St. Just-Friedhof und am Wicha-Gedenkstein in Bernbruch.

Am Gedenken am Denkmal für gefallene sowjetische und polnische Soldaten in Königswartha nahmen unter anderem Bürgermeister Swen Nowotny (vorn), Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik (Mitte) und Günter Holder, Mitglied des Domowina-Regionalvorstandes, teil.
Am Gedenken am Denkmal für gefallene sowjetische und polnische Soldaten in Königswartha nahmen unter anderem Bürgermeister Swen Nowotny (vorn), Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik (Mitte) und Günter Holder, Mitglied des Domowina-Regionalvorstandes, teil. © Domowina

Der Beitrag wurde am 8. Mai um 13.40 Uhr aktualisiert.

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