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Tag der offenen Tür am Institut für Labormedizin

Das Zittauer Klinikum Oberlausitzer Bergland sucht Assistenz-Nachwuchs als wichtigste Helfer für ärztliche Diagnosen.

© Matthias Weber

Zittau. Wer heute mit mehr als einem Schnupfen zum Arzt kommt, hört in der Regel folgenden Satz: „Wir machen erst mal Labor.“ Medizinische Laborbefunde stellen neben bildgebenden Verfahren die wichtigste Stütze der ärztlichen Diagnostik dar. Das eröffnet eine steigende Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich. Qualifizierten Nachwuchs will man auch in der Oberlausitz gewinnen.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Am Sonnabend lud das Klinikum Oberlausitzer Bergland Zittau zu einem Tag der offenen Tür. Als einziges Krankenhaus der Region verfügt das Klinikum über ein Lehrlabor in unmittelbarer Nähe zum Reallabor. Interessierte konnten sich hier über die Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Laborassistenz (MTL) und Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz (MTR) umfangreich und mit Einblicken in die spätere berufliche Arbeit informieren. Die beiden Berufsbilder sind nicht dual, sondern werden schulisch ausgebildet. Inzwischen ist der Bedarf bundesweit so hoch wie nie zuvor.

„In diesem Beruf findet man immer eine Arbeit, die erfüllt und schön, niemals uninteressant und anerkannt und wertgeschätzt wird“, betont der Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Dipl.-Chemiker Torsten Praße. Er erläuterte auch die besondere Stellung von Labor und Radiologie an Krankenhäusern. Diese Abteilungen unterhielten keine eigenen Stationen, sondern bilden zentrale Funktionsbereiche, die für alle anderen Abteilungen die Diagnostik liefern. „70 Prozent aller Diagnosen stützen sich auf Laborwerte“, sagt Institutsleiter Praße. Das bedeutet, sie sind für das Wirken eines Krankenhauses und das Zusammenwirken aller Disziplinen essenziell. Die dabei so wichtige Unterstützung der Mediziner und der Laboratoriumsmediziner liefern die beiden Berufsbilder MTL beziehungsweise MTLA und MTA beziehungsweise MTRA. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet zentral am Klinikum Dresden-Friedrichstadt statt. Die praktische Arbeit wird intensiv und im Hinblick auf alle Kompetenzbereiche landesweit im Klinikum Oberlausitzer Bergland absolviert – an das Zentrallabor ist das Lehrlabor mit angeschlossen, und die Radiologie liegt zentral gleich neben der Notfallaufnahme. Die Ausbildung setzt den Abschluss der Mittleren Reife voraus, Interesse und eine Affinität zur wissenschaftlich-technischen Arbeit. In der Zeit der Ausbildung wird das elternunabhängige und nicht rückzahlungsfähige Schüler-Bafög gewährt. (szo)