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Ticket von Coswig bis Görlitz

Vom Dresdner Raum bis nach Niederschlesien soll es künftig eine einheitliche Tarifzone geben.

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© Symbolbild/dpa

Von Peter Anderson und Matthias Weigel

Coswig. Für Kunden im Nahverkehr könnte es in Sachen Tickets und Preise bald einfacher werden. Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) hat eine Fusion zwischen dem dortigen „Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien“ (ZVON) und dem hiesigen Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) ins Gespräch gebracht.

Harig steht dem Zweckverband ZVON vor – und möglicherweise bald auch dem des VVO. Denn dessen bisheriger Verbandschef, der Meißener Landrat Arndt Steinbach (CDU), kann nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten. Bis Ende des Jahres muss ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Harig hatte zur jüngsten Sitzung im Juni seine prinzipielle Bereitschaft erklärt, sich zur Verfügung zu stellen – und dabei die Fusionsbemühungen erwähnt.

Der ZVON deckt große Teile des Landkreises Bautzen sowie Kreis und Stadt Görlitz ab. Der VVO ist für die Kreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen, Dresden und Teile des Kreises Bautzen zuständig. Meißens Landrat und ZVOE-Chef Arndt Steinbach (CDU) sagt, das Zusammengehen hätte durchaus Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen seien. „Wir beobachten ein stetes Wachstum an Pendlern zwischen Görlitz bzw. Zittau und dem sächsischen Elbtal, hier vor allem nach Dresden“, so Steinbach. Auch die Fahrgastzahlen aus dem Elbtal Richtung Ostsachsen steigen. Mit einer Fusion vereinfachen sich die tariflichen Regelungen für die Fahrgäste, die letztlich mit der Bahn oder dem Bus fahren und nur selten nach dem Verkehrsverbund fragen. Steinbach zufolge steht der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe einem Zusammenschluss positiv gegenüber.

Der Verkehrsexperte Prof. Dr.-Ing. Gerd-Axel Ahrens von der Technischen Universität Dresden verweist darauf, dass es für Zukunft darauf ankomme, das Schienen- und Busnetz im Freistaat zu einem Landesnetz zu verschmelzen. Auf dem Weg dazu sei eine Fusion des VVO mit dem ZVON der richtige Weg. Um weiter hohe Standards im Öffentlichen Nahverkehr trotz zurückgehender Einwohnerzahlen aufrecht zu erhalten, müsse das Kirchturmdenken gerade an den Rändern aufhören.

Ähnlich sieht das der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Meißen Rolf Baum. Er verweist auf hohes Einsparpotenzial durch verbesserte Busläufe und in der Verwaltung. Gleichzeitig würden Pendler profitieren.