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Tierisch viel Spaß in Geising

Was die Narren nie vorher verraten, Silvio Maschek erfährt es. Von Freud und Mühe eines Umzugsmoderators.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

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Geising. Fasching in Geising ist jedes Jahr ein Erlebnis, aber er hat auch seine Geheimnisse. Wer zu den einzelnen Bildern etwas mehr erfahren will, stellt sich am besten an den Altmarkt oder vor den Ratskeller. Hier steht die Bühne, hier kommentiert Silvio Maschek die einzelnen Bilder und erzählt Einzelheiten, die sonst nur Geisinger Insider wissen.

Impressionen vom Ski- und Eisfasching

Die Zuschauer haben so am Sonntag erfahren, welche enorme Mühe sich Prinz Alexander mit seinen originalgetreu nachgebauten vier Pferden vor der Prinzenkutsche gegeben hat oder welchen Aufwand ehemalige Gardemädchen mit ihren farbenfrohen Kostümen getrieben haben.

Der Moderator hatte sich schon die ganze Woche auf den Umzug vorbereitet, jede Gruppe angerufen, was sie so vorhaben. „Ich darf das natürlich keinem weiter verraten, muss mich selbst aber schon darauf einstellen“, sagte er. Und wenn er irgendwo unterwegs ist im Auto und eine Idee hat für seine Moderation, dann hält er an und notiert sich das. „Sonst wäre alles wieder weg, bis ich nach Hause komme“, sagte er. Er darf am Mikrofon auch eine spitze Zunge haben, will aber niemand persönlich angreifen.

Viele Jahre hat Jo Hammer, der Gründer des Geisinger Faschings, den Umzug moderiert, später Heinz Schunke, und Silvio Maschek kann nur schätzen, dass er das Amt auch wieder zehn Jahre innehat. Der 54-Jährige macht seit seinen Schülertagen beim Fasching mit, war selbst mit bei einer Umzugsgruppe, viele Jahre Kanonier und auch als Prinz dabei. Nun ist der Moderator eine zentrale Figur beim Umzug. „Aber das ist auch etwas anderes als selbst mitmachen“, stellte Maschek fest. „Das ist nicht so stressfrei.“

Keinen Stress und großen Spaß hatten die 28 Gruppen und geschätzt 3 000 Besucher. Die Gastgruppen der befreundeten Faschingsvereine prägten den Umzug ebenso wie Einheimische aus Geising und den Nachbarorten. Bei den Gästegruppen freuten sich vor allem die Reichstädter darüber, dass ihr Präsident Thomas Rüger das Eisstockschießen der Faschingspräsidenten vor dem Umzug gewonnen hat. Bei den Gästen auf der Bühne stand neben Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) zum ersten Mal die Bundestagsabgeordnete Frauke Petry (Blaue Partei) mit Kindern.

Die einheimischen Gruppen nahmen unter dem diesjährigen Motto „Tierisches Geising“ den Wolf aufs Korn. Sie trieben ein Rindvieh durch die Stadt, ließen Geisinger Ziegen als Marionetten auftreten oder afrikanische Giraffen und Zebras nach Deutschland streben. Die Gruppe Braeske tat mit Schweinemasken ihre Meinung zur Großen Koalition in Berlin kund: ein Sauhaufen. Silvio Maschek ging immer wieder von der Bühne, so um die „Simsonrider“ zu begrüßen, eine Gruppe aus Bärenstein und Umgebung, die mit ihren Mopeds zum ersten Mal beim Umzug dabei war – auch passend zum tierischen Motto mit Schwalbe und Star. So hat Maschek gleich wieder etwas erfahren, was er nächstes Jahr zu dieser Gruppe zu sagen hat.