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Tierquäler setzt Katzen aus

An einem Wanderweg bei Neukirch wurden mehrere Tiere ihrem Schicksal überlassen. Nicht der erste Fall dieser Art.

© privat

Von Ingolf Reinsch

Was machen zwei Katzen fernab des Dorfes mitten auf einem Feld? Eine Neukircherin, die oft dort spazieren geht, beobachtete die Tiere seit vergangenem Sommer immer wieder, wie sie ganz still vor Mauselöchern saßen. Der erfahrenen Tierfreundin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, war schnell klar: Die Katzen lebten dort nicht freiwillig. Vermutlich wurden sie von herzlosen Menschen ausgesetzt. „Im Sommer konnten sich die Tiere selbst helfen. Doch im Winter wären sie mit Sicherheit verhungert oder erfroren“, sagt sie. Kurz vor Weihnachten war dann plötzlich eine dritte Katze da – schwarz-weiß gezeichnet, genau so wie eine der anderen beiden Katzen. Es hätte die Schwester sein können. Der Neukircherin gelang es, sie zu streicheln. „Das Bäuchlein war aufgebläht, der Darm mit Würmern befallen, die Lebenserwartung gering“, schildert die Frau. Die beiden anderen Katzen dagegen waren nach Monaten in der freien Natur schon nicht mehr zahm. Trotzdem konnten sie ins Tierheim Bloaschütz gebracht werden. Das dritte Kätzchen aber, Nele getauft, fand bei der Neukircher Familie ein neues Zuhause. Dort gibt es schon eine andere Katze und zwei Hunde.

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Der Tatort: ein Feldweg an der Straße Neukirch – Neudiehmen.
Der Tatort: ein Feldweg an der Straße Neukirch – Neudiehmen. © Steffen Unger

Dass die Stubentiger von selbst ausgebüxt sein könnten, hält die Neukircherin für unwahrscheinlich. „Hunde brauchen ihre Bezugsperson, Katzen ihr Revier“, sagt sie. Eine Katze würde sich nie so weit von ihrer vertrauten Umgebung entfernen. Vor zwei Jahren hatte sie schon einmal über mehrere Wochen herrenlose Katzen auf demselben Feld beobachtet.

Das Feld liegt auf einem viel begangenen Spazier- und Wanderweg, der von der Straße Neukirch – Neudiehmen zu den Gickelshäusern abzweigt. Fahren dürfen dort zwar nur Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft. Aber der Weg ist eben genug, um auch mit einem Pkw fahren zu können. Der schlimme Verdacht der Neukircherin: Ein Katzenhalter, der sich auf billige Art des Nachwuchses entlegen möchte, fährt 200 bis 300 Meter bis zum Waldrand, wirft die Tiere aus dem Auto und überlässt sie dann ihrem Schicksal. „Katzenbesitzer müssen das ihren Tieren doch nicht antun“, sagt sie. Sie wandte sich an die SZ, um Andere zu sensibilisieren und zu ermutigen hinzuschauen, was sich auf und an dem Weg tut. Vielleicht gelingt es aufmerksamen Spaziergängern doch einmal, jemanden auf frischer Tat zu erwischen. Die Polizei rät zur Anzeige. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.