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Treibhausverein ausgezeichnet

Die AG Geschichte hat einen mit 1 000 Euro dotierten Preis des Kultusministeriums erhalten. Das Geld ist schon verplant.

© DA-Archiv

Döbeln. Für ihre Applikation für Smartphones und Tablets zum Thema „Döbeln im Nationalsozialismus“ ist die Arbeitsgruppe Geschichte des Treibhausvereins Döbeln mit dem Jugendförderpreis des Sächsischen Landespreises für Heimatforschung ausgezeichnet worden. Dieser ist mit 1 000 Euro dotiert und wird vom Kultusministerium verliehen.

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„Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, die App zu entwickeln. Wir haben die Texte, die schon auf unserer Internetseite standen, überarbeitet und eingesprochen. Uns ist es wichtig, die Ereignisse in Döbeln in den Kontext einzuordnen“, sagt Sophie Spitzner. Sie ist eines von sieben Mitgliedern der AG Geschichte. Die jungen Leute sind keine ausgebildeten Historiker. Sie arbeiten ehrenamtlich und wissenschaftlich. „Das war ein Kriterium für den Preis und wurde in der Laudatio angesprochen“, sagt die 28-Jährige. Mit 5 000 Euro war das Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes Mittelsachsen gefördert worden.

Die 1 000 Euro Preisgeld sind zum Teil bereits verplant. „Wir haben erstmalig ein Projekt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gefördert bekommen. Wir recherchieren über Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Döbeln, möchten ihre Biografien aufarbeiten“, sagt Sophie Spitzner. 8 000 Euro stellt die Stiftung zur Verfügung. „Die fünf Prozent Eigenmittel in Höhe von 400 Euro finanzieren wir mit dem Preisgeld“, erklärt sie.

Im Frühjahr hatte die AG den Antrag gestellt. Mitte, Ende September wurde er bewilligt. „Das Projekt läuft seit dem 1. Oktober und noch bis zum Jahresende“, sagt Sophie Spitzner. Um Namen derjenigen ausfindig zu machen, die als Zwangsarbeiter in Döbeln waren, wenden sie sich an verschiedene Quellen: das Stadtarchiv Döbeln, das Staatsarchiv Leipzig, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie den internationalen Suchdienst. „Wir haben schon einige Namenslisten gefunden, aber es ist ein schwieriges Puzzle“, so Sophie Spitzner. Ziel der Jugendlichen sind persönliche Zeitzeugengespräche – möglichst am Ort des Geschehens. Es deute sich aber jetzt schon an, dass dies kaum möglich sein wird. Denn viele Personen auf der Liste seien tot, gesundheitlich schlecht gestellt oder sehr verarmt. „Auf jeden Fall möchten wir denjenigen, die wir ausfindig machen können, mindestens einen Brief schreiben, dass ihre Geschichten nicht vergessen sind“, sagt sie.

Die App „Döbeln im NS“ kann kostenlos im App-Store und im Google Play Store heruntergeladen werden.