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Triker Rolf Karsch wieder am Steuer

Zweieinhalb Jahre nach einem Unfall fliegt der 77-Jährige aus Bischofswerda wieder selbst. Seine neue Maschine ist bereit für den ersten Start.

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© Steffen Unger

Zweieinhalb Jahre nach einem Unfall fliegt der 77-Jährige wieder selbst. Seine neue Maschine ist bereit für den ersten Start.

Bischofswerda. Einmal Flieger, immer Flieger. Der Bischofswerdaer Rolf Karsch hebt wieder ab – in ein paar Tagen sogar in der eigenen Maschine. Die steht schon bei ihm zu Hause – noch jungfräulich, wie er sagt. Was für den Spaß in luftiger Höhe noch fehlt, ist der rote Gleitschirm. Der soll in diesen Tagen kommen. Gibt es dann noch Flugwetter, wird man den 77-Jährigen wieder solo über Bischofswerda und den umliegenden Orten sehen können.

Seit seinem Flugunfall im Oktober 2013 – Rolf Karsch spricht von einer Notlandung, die für den begeisterten Hobbyflieger zum Glück glimpflich ausging – ist der Bischofswerdaer rund 30-mal in einem Trike in die Luft gestiegen. Sein Flugkamerad Jürgen Thieme machte es möglich. Er besitzt einen Zweisitzer und nahm den Bischofswerdaer gelegentlich mit an Bord. Doch selbst fliegen, ist noch immer etwas anderes als mitzufliegen, sagt Rolf Karsch und vergleicht es mit dem Autofahren: Selbst am Steuer zu sitzen oder „nur“ Beifahrer zu sein, sei ein großer Unterschied.

Seine neue Maschine ist das Modernste, was die deutsche Ultraleichtflugindustrie zurzeit zu bieten hat: ein Motorschirm-Trike vom Typ X-One mit 30 PS. Damit sind beim „Luftwandern“ je nach Windverhältnissen zwischen 55 und 65 Kilometer drin. Vorgeschrieben ist eine Mindestflughöhe von 1 000 Fuß. Das sind 300 Meter. Em-pfohlen für Streckenflüge werden bei Ultraleichtfliegern 600 Meter. Die neue Maschine hat einen Vier-Takt-Motor aus Schweizer Produktion. Der ist extrem sparsam. Der Motor verbraucht zwischen dreieinhalb und vier Litern pro Flugstunde.

Fliegen ist die beste Medizin

Fliegen sei für ihn die beste Medizin, sagt der agile 77-Jährige und beruft sich dabei auf seinen Hausarzt. Möglich, dass auch dieses Argument Ehefrau und Tochter überzeugten. Unmittelbar nach seinem Unfall hatte Rolf Karsch beiden versprochen, mit dem Fliegen aufzuhören. Nun aber startet er noch einmal durch. Und er hat viel vor. In und um Bischofswerda entsteht viel Neues, das er aus der Vogelperspektive mit seiner Kamera noch dokumentieren möchte. Und seine Luftaufnahmen sind gefragt – auch bei der SZ, die schon viele davon druckte. Auch Unternehmer bitten ihn um Luftbilder für ihre Werbung. Ebenso stolze Eigenheimbesitzer, darunter in den Wohngebieten von Bischofswerda und Großdrebnitz, die gern ein Foto ihres Hauses von oben haben möchten.

Solange es seine Gesundheit erlaubt, will Rolf Karsch fliegen. Für die Zeit danach gibt es schon einen Abnehmer für sein Trike: Sein Enkel ist seit zwei Jahren ebenfalls begeisterter Hobbypilot. Ihm will er den Ultraleichtflieger einmal schenken. (SZ)

Rolf Karsch und Jürgen Thieme stellen Montag ab 16 Uhr ihre Trikes in Bischofswerda vor der Regenbogenapotheke, Belmsdorfer Straße 26, vor.