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So lohnt sich Tanken in Tschechien und Polen

Die Spritpreise in den Nachbarländern sind günstig. Doch es gibt Unterschiede. Und: Es sind Regeln im kleinen Grenzverkehr zu beachten.

Von Anja Weber
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In Tschechien haben sich die Spritpreise offenbar eingepegelt. Wer nur zum Tanken fährt, sollte vorher genau rechnen, raten Experten.
In Tschechien haben sich die Spritpreise offenbar eingepegelt. Wer nur zum Tanken fährt, sollte vorher genau rechnen, raten Experten. © Steffen Unger

Die Spritpreise in Tschechien haben sich offenbar eingepegelt. Anders als in Polen sind die Preise nicht im Sinkflug, sondern bleiben seit fast einem Monat konstant. Und das soll sich so in nächster Zeit auch nicht ändern. Wer aktuell jedoch die Preise an den Tankstellen im grenznahen Raum vergleicht, kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Tanken in Tschechien bleibt günstig. Allerdings nur für diejenigen die im grenznahen Raum wohnen oder einen Tanktrip mit einem Ausflug oder Einkauf verbinden. Wer weiter weg wohnt und nur zum Tanken nach Tschechien will, sollte zunächst die Preise an der Tanke vor der eigenen Haustür vergleichen. Denn aktuell ist der Preisunterschied gar nicht mehr so hoch. An den grenznahen Tankstellen kostet der Liter Super Plus etwa um die 1,70 Euro. An den Tankstellen jenseits der Grenze wie in Dolni Poustevna, Vilemov oder auch Cinovec im Osterzgebirge liegt der Preis inzwischen auch bei etwa 1,66 Euro.

Größer ist der Unterschied da schon bei Super 10 oder dem tschechischen Natural 95. An den Tankstellen hier kostet der Liter um 1,65 Euro. An den grenznahen Tankstellen in Tschechien liegt der Preis zwischen 1,41 Euro pro Liter bis 1,47 Euro. Auch der Dieselpreis ist mit 1,42 Euro günstiger als der an den Tankstellen vor Ort, wo der Liter um die 1,55 Euro kostet.

An den Tankstellen in Tschechien hat es sich offenbar herumgesprochen, dass die Preise in Deutschland wieder etwas gesunken sind. Denn im Moment sei von Tanktourismus nichts zu spüren. Kanister werden allerdings nach wie vor gefüllt, aber es gibt keine Warteschlangen mehr. Denn auch im grenznahen Raum gilt nach einer ADAC-Analyse, je höher die Preisdifferenz ist, umso stärker ist der Tanktourismus. Auch der ADAC rät deshalb Autofahrern, genau nachzurechnen, was man beim Tanken im Ausland an Sprit verfahren kann.

Der TÜV Süd hat dazu eine ganz einfache Rechnung aufgestellt. Für 20 Kilometer hin und zurück fallen laut einem Sprecher rund vier Euro Spritkosten bei einem Mittelklassewagen an. Deshalb auch der Rat, entlang der geplanten Route für eine Spritztour nach günstigen Tankstellen zu suchen. Die Preise an den Tankstellen auf deutscher Seite können im Internet abgerufen werden. Ähnlich geht das auch mit den Preisen in Tschechien. Dafür kann man unter anderem Tankstellen-Apps nutzen. Es gibt inzwischen Erfahrungen, dass diese nicht immer tagesaktuell sind. Deshalb heißt es da, ganz einfach Augen auf, wenn die nächste Tanke in Sicht kommt.

Das gilt im kleinen Grenzverkehr

Nicht nur die Tankstellenbetreiber reiben sich offenbar verwundert die Augen, wegen auffällig wenig Kundschaft. In den Geschäften und Shops ist das nicht anders. Dort vermutete man, dass einige noch gar nicht wissen, dass der kleine Grenzverkehr wieder uneingeschränkt möglich ist. PCR-Test oder Boosternachweise waren nur über Silvester Pflicht. Wer mit dem eigenen Fahrzeug einreist, braucht diese Nachweise nicht mehr. Wer jedoch für 24 Stunden mit dem öffentlichen Nahverkehr einreist, also zum Beispiel mit der Nationalparkbahn in Richtung Decin oder Rumburk fährt, braucht einen Antigentest, also einen Schnelltest, dessen Nachweis auch mitgeführt werden muss. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Wer für 24 Stunden mit dem eigenen Pkw anreist, in dem sich ausschließlich Mitglieder des gleichen Haushalts befinden, ist keine elektronische Einreiseanmeldung notwendig.

Das gilt bei Dienstleistungen und im Restaurant

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Geschäfte in Tschechien mit Einschränkungen geöffnet sind, so gilt wie auch hier Abstand und Maskenpflicht. Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe sowie Hotels sind geöffnet nur für negativ Getestete, Genesene oder vollständig Geimpfte. Die Einhaltung der 3G-Regel wird bei jedem Gast meist auch kontrolliert. Deshalb sollte man die notwendigen Unterlagen auch dabei haben. Da sich die Corona-Regeln auch in Tschechien ändern, sollte man sich vor Reiseantritt informieren.

Regeln beim Wintersport

Die Skipisten sowohl in Klinovec (Keilberg) im Erzgebirge als auch im Iser- und Riesengebirge sind präpariert und die Skilifte dürfen anders als in Deutschland mit Einschränkungen öffnen. Für einen Tagesausflug sind die drei Gebiete je nach Ausgangsort relativ gut zu erfahren. Wer in Richtung Isergebirge fährt, erreicht zum Beispiel das Skigebiet am Jested (Jeschken) bei Liberec (Reichenberg) in etwa eineinhalb Stunden. Etwas weiter ist es ins Riesengebirge. Da braucht man an die zwei Stunden und etwa zweieinhalb Stunden bis nach Klinovec. Die Angaben schwanken natürlich je nach Ausgangsort für die Spritztour. Auch da lohnt sich ein Blick vorher ins Internet. Wichtig zu wissen ist auch, dass für die Nutzung von Seilbahnen und Skiliften 2G gilt. Die Nachweise werden beim Erwerb der Liftkarten kontrolliert.

Lohnt sich Tanken in Polen?

Während die Spritpreise in Tschechien stabil bleiben, befinden sich die in Polen weiter im Sinkflug. Der Liter Super-Benzin kostet zum Beispiel an einer polnischen Tankstelle der Europastadt Görlitz/Zgorzelec im Schnitt 1,25 Euro, ebenso der Liter Diesel. Im Vergleich zum Jahresende sind die Spritpreise in Polen weiter gesunken. Das hängt mit dem sogenannten Anti-Inflationsschild zusammen. Die Regierung hat in einem ersten Schritt die Verbrauchssteuer auf Kraftstoff auf das von der EU zulässige Minimum gesenkt. Im Ergebnis sank der Spritpreis um etwa drei Cent. Und Experten gehen davon aus, dass der Preis noch um bis zu vier Cent billiger wird.

An den für Landkreisbewohner am ehesten zu erreichenden polnischen Tankstellen bei Zittau sind die Spritpreise allerdings im Vergleich etwas höher, aber dennoch durchaus günstig.
An den für Landkreisbewohner am ehesten zu erreichenden polnischen Tankstellen bei Zittau sind die Spritpreise allerdings im Vergleich etwas höher, aber dennoch durchaus günstig. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Doch lohnt es sich für Einwohner aus der Sächsischen Schweiz überhaupt, den doch etwas weiteren Weg nach Polen auf sich zu nehmen, um dort billig tanken zu können. Zunächst muss man wohl konstatieren, dass man an der Tanke in Polen tatsächlich sparen kann. Bei 50 Liter Super-Benzin wären das etwa 22 Euro. Echte Sparfüchse müssen aber nun genau nachrechnen. Die nächstgelegenen Tankstellen in Polen befinden sich hinter der Grenze von Zittau.

Da gibt es zum Beispiel Tankstellen in Sienawka, erreichbar über den Grenzübergang Chopinstraße oder in Porajov, Grenzübergang Friedensstraße beides in Zittau. Allerdings sind dort die Preise für Super-Benzin etwas höher als in Zgorzelec. Sie liegen zwischen 1,30 und 1,35 Euro pro Liter. Mit dem Auto braucht man beide Orte in etwa einer reichlichen Stunde, wieder je nach Ausgangsort. Die Anfahrt lohnt sich, wenn man das mit einem Ausflug zum Beispiel ins Zittauer Gebirge verbindet.

Für Wintersportbegeisterte empfiehlt sich von dort aus die Weiterfahrt ins Isergebirge oder nach Liberec (Reichenberg) in das Skigebiet rund um den Jested. Von Zittau aus sind das dann noch etwa 25 Minuten. Wer noch etwas weiter will, kann in das Skigebiet rund um Tanvald (Tannwald) im Isergebirge oder auch ins Riesengebirge fahren. Das Ganze geht natürlich auch andersherum und auf der Rücktour wird getankt. In Polen ist nicht nur der Sprit günstiger als in Tschechien, sondern auch die Zigaretten.