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Spritpreise in Tschechien ziehen an

Im Vergleich zu Deutschland sind die Preise für Benzin und Diesel im Nachbarland noch moderat. Allerdings ist Tanken auch dort nicht mehr so günstig.

Von Anja Weber
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Trotz etwas günstigerer Spritpreise gibt es zumindest in dieser Grenzregion keinen Ansturm auf tschechische Tankstellen.
Trotz etwas günstigerer Spritpreise gibt es zumindest in dieser Grenzregion keinen Ansturm auf tschechische Tankstellen. © Daniel Schäfer

Für deutsche Tankstellenpächter ist es im deutsch-tschechischen Grenzgebiet seit jeher schwer. Das Preisgefälle bei Benzin und Diesel gab es schon immer. Doch im Moment ist es besonders hoch. Deshalb machen sich nun vermehrt Autofahrer nicht nur aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf den Weg über die Grenze, um Benzin oder Diesel auf der tschechischen Seite günstiger zu tanken. Doch spart man dabei wirklich noch?

Angesichts der weiter steigenden Benzin- und Dieselpreise in Deutschland lohnt sich Tanken in Polen oder Tschechien vor allem für Bewohner des grenznahen Raumes. Die Preisspanne zum Beispiel bei den vier Tankstellen direkt hinter dem Sebnitzer Grenzübergang in Dolní Poustevna und Vilémov liegt bei Super Plus (Natural 98) zwischen 1,52 bis 1,61 Euro. Für den Liter Natural 95 muss man mit etwa 1,46 Euro rechnen und für Diesel liegt der Preis zwischen 1,37 und 1,45 Euro pro Liter.

Im Vergleich dazu einige Beispiele auf deutscher Seite. An der Star-Tankstelle in Sebnitz kostet der Liter Super-Benzin 1,68 Euro, Super E10 1,62 und Diesel 1,52 Euro. Und an der Aral-Tankstelle in Rathmannsdorf liegen die Preise für Super bei 1,72 Euro, Super E10 kostet 1,66 Euro und Diesel 1,58 Euro. Angesichts der Spritpreise an den Tankstellen zum Beispiel in Bayern ist das wiederum noch eher günstig. Im Großraum München liegt der Preis für einen Liter Super-Benzin zum Beispiel bei 1,88 Euro. Die Tankstellen entlang der Autobahnen setzen da mit 1,98 Euro oder mehr übrigens noch eins drauf.

Das spart man in der Grenzregion

Auf die Preise in der deutsch-tschechischen Grenzregion bezogen, spart man zum Beispiel bei Super-Benzin etwa 20 Cent pro Liter, natürlich abhängig von der Tankstelle. Das lockt dann auch wieder Tanktouristen an. Der Trend nehme in jüngster Zeit deutlich zu. Das sagt der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG). Auch längere Fahrten würden Kunden in Kauf nehmen.

Eine kleine Umfrage der Sächsischen Zeitung an den grenznahen Tankstellen bestätigt das. Ein Ehepaar mit Kamenzer Kennzeichen rollt an die in Vilémov. "Das ist von allen hier die günstigste. Wir nehmen noch zehn Liter Benzin im Kanister mit, gehen noch was essen. Und dann lohnt sich das für uns auf jeden Fall", sagt der Mann. Der enorme Preisunterschied sorgt offenbar nun auch dafür, dass bislang skeptische Kraftfahrer nun doch an die Tanke nach Tschechien fahren wie Veronika Winter aus Neustadt. "Ich habe immer bei uns getankt. Doch bei den Preisen fahre ich nun doch lieber auch nach Tschechien", sagt sie.

Reger Verkehr ist an den Tankstellen hinter der Grenze trotzdem nicht zu spüren. Lange Schlangen wie kurz nach der coronabedingten Grenzschließung und Wiederöffnung gibt es dieses Mal offenbar nicht. Und auch von Hamsterkäufen habe man noch nichts bemerkt, sagt die Verkäuferin an einer Tankstelle. Letztlich rechnet sich eine Fahrt nach Tschechien zum Tanken nicht immer. Der Zentralverband des Tankstellengewerbes rät deshalb, sich vorher zu überlegen, ob es sich bei einer längeren Anfahrtsstrecke überhaupt lohnt.

Auch in Tschechien sind die Preise für Benzin und Diesel gestiegen. Ein SZ-Test zu den Spritpreisen im Juni kann das in etwa bestätigen. Da lag die Preisspanne an den vier Tankstellen hinter dem Grenzübergang in Sebnitz bei Super Plus (Natural 98) zwischen 1,32 Euro pro Liter und 1,36 Euro. Mitte Mai lag der Preis generell bei durchschnittlich 1,32 Euro. Der Preis bei Natural 95 blieb da noch annähernd gleich bei 1,28 Euro. Der Liter Diesel kostete im Schnitt 1,25 Euro.