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Wie das Liberecer Museum Covid trotzt

Das Nordböhmische Museum ist saniert, darf wegen Corona nicht öffnen und zeigt darum Filme.

Ein Geist tanzt im Video durchs Nordböhmische Museum.
Ein Geist tanzt im Video durchs Nordböhmische Museum. © Screenshot: SZ

Ist es ein Geist, der durch die geschlossenen Räume huscht? Der die Tasten eines Flügels anschlägt. Lichter an- und ausknipst, alte Maschinen in Bewegung setzt und dann durch Säle tanzt?

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Ein knapp vier Minuten dauernder Film im Internetportal Youtube spielt mit dieser Idee. Wenn das Nordböhmische Museum in Liberec (Reichenberg) nach zweijährigen Sanierungsarbeiten wegen Corona schon nicht für normale Besucher öffnen darf, dann toben sich hier eben die Gespenster aus. Allerdings in Gestalt einer sehr hübschen jungen Balletttänzerin.

Die Stadt im Wandel und Visionen für die Zukunft will das auch innen neu gestaltete Haus zeigen. „Liberec kontra Reichenberg“, heißt die Ausstellung dazu. Sie blickt auf die deutsche Vergangenheit, die tschechische Gegenwart und ihre Vermischungen. Aber: „Die Stadt, so wie sie Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hatte, ist beinahe verschwunden“, erklärt Ludìk Lukuvka, Kurator der Schau. In den Nachkriegsjahren sei es wegen der Vertreibung der Deutschen und der Neubesiedelung zu Änderungen in der Bewohnerstruktur gekommen. Damit hängen die spürbaren Eingriffe in das Stadtbild zusammen. „Kaum gewandelt haben sich nur die Villenviertel, zum Beispiel das Umfeld der Masaryk-Straße, wo das Museum seinen Sitz hat. Wenn auch etwas übertrieben – man könnte unsere Institution als eigenständiges Exponat bezeichnen“, fügt er hinzu. Mit der Ausstellung reagiert das Museum auf das wachsende Interesse der Bevölkerung an der Vergangenheit und Gegenwart der Stadt.

Könnte Liberec auch anders aussehen? Auch diese Frage stellt das Museum. Fotografien, Grafiken oder Architekturmodelle bringen den Besuchern die 600-jährige Geschichte der Stadt näher und sie zeigen auch vergessene Baupläne des 20. Jahrhunderts. Zum ersten Mal werden bisher unveröffentlichte Aufnahmen alter Stadtansichten vorgestellt, aber auch Entwürfe in Form von Präsentationsmodellen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die nie realisiert wurden. Die Architektur der vergangenen Jahrhunderte wird ergänzt durch Modelle jüngerer Bebauungsentwürfe aus dem 20. Jahrhundert.

Das Nordböhmische Museum hat in seiner Sammlung Objekte von vielen Kontinenten und aus verschiedenen Epochen. „Obwohl wir nicht regional ausgerichtet sind, möchten wir der hiesigen Geschichte eine entsprechende Plattform bieten“, erklärt Museumsdirektor Jiøí Køížek den Grund für die Ausstellung. Sie sei eine Erweiterung der neuen ständigen Exposition „Reichenberger Fragmente“. Ihr sollen weitere Projekte folgen, welche die industrielle und nationalsozialistische Architektur, sogenannten „Böse Bauten“, Phänomen des Genossenschaftswohnbaus oder Plattenbausiedlungen thematisieren. Das Nordböhmische Museum wurde seit 2018 komplett saniert. Die Kosten lagen bei 143 Millionen Kronen (rund fünf Millionen Euro). (mit ihg)

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