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Tschechischer Konzern CEZ verkauft Mibrag

Der Staatskonzern macht seine Ankündigung wahr: Die ostdeutsche Kohlefirmakommt in private Hände. Für die Beschäftigten soll sich dabei nichts ändern.

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Prag/Zeitz. Der tschechische Stromkonzern CEZ verkauft seine Anteile an der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft GmbH (Mibrag) mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt. Zur Mibrag mit rund 2000 Beschäftigten gehören drei Kraftwerke und zwei Tagebaue, darunter einer in Westsachsen.

Der Verkauf hat nach Angaben des Mibrag-Chefs Joachim Geisler keine Folgen für die Beschäftigten. Geisler sagte am Freitag: „Wir werden unser operatives Geschäft und unsere Strategie so wie geplant weiterfahren.“ Es handele sich bei dem Verkauf um einen Wechsel in der Gesellschafterstruktur. Die Gespräche seien schon länger bekannt gewesen. Die Mibrag beschäftige im Konzern rund 2500 Menschen.

Plan für neues Kraftwerk bleibt

Der CEZ-Konzern gehört mehrheitlich der tschechischen Treuhand. Das Unternehmen hat am Donnerstag Abend vorherige Erwartungen bestätigt, dass es seinen etwa 50-prozentigen Anteil an der Mibrag verkaufen wird. Käufer ist der bisherige Miteigentümer EPH.

EPH-Sprecher Martin Manak bestätigte, dass ein Absichtsvertrag geschlossen worden sei. Der Abschluss der Transaktion stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung verschiedener Aufsichtsbehörden, hieß es. Beide Seiten gaben zunächst keine finanziellen Details bekannt.

Die EPH als tschechisch-slowakische Energie- und Industrie-Holding würde damit praktisch zum alleinigen Eigentümer des Braunkohle-Förderers Mibrag. Die EPH wiederum hat vor allem zwei Besitzer: Der Finanzinvestor J&T Group ist zu 40 Prozent beteiligt. Weitere 40Prozent besitzt die PPF-Gruppe, die fast vollständig dem tschechischen Multimilliardär Petr Kellner gehört. Geisler sagte, auch bei einem Wechsel in der Gesellschafterstruktur halte die Mibrag an dem Vorhaben fest, ein neues Kohlekraftwerk in Profen in Sachsen-Anhalt für rund 1,3 Milliarden Euro zu errichten. (dpa/SZ)