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Umstrittener Lehrermangel

Die Grünen nennen eine Riesaer Schule als Negativbeispiel. Der Direktor widerspricht.

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© Lutz Weidler (Archiv)

Riesa. An jeder sechsten Schule im Landkreis ist der lehrplanmäßige Unterricht nicht vollständig abgesichert – mit dieser Botschaft trat die Grünen-Landtagsfraktion vor wenigen Tagen an die Öffentlichkeit. Das gehe aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage im Landtag zurück.

Für den Raum Riesa/Großenhain nennt die Partei ein Negativbeispiel von unzureichender Personalzuweisung: die Schule „Lichtblick“ an der Magdeburger Straße, eine Einrichtung für geistig Behinderte.

Schulleiter Arndt Frommhold hält die Situation für weit weniger dramatisch. Durch die besondere Struktur der Förderschule – dort lernen jeweils drei Altersklassen in einer Stufe zusammen – und eine Ausstattung nicht nur mit Lehrern, sondern auch mit sogenannten pädagogischen Unterrichtshilfen gebe es kaum Unterrichtsausfall. „Wenn eine Lehrerin nicht da ist, übernimmt eine pädagogische Unterrichtshilfe den Unterricht“, sagt der Schulleiter. Das sei für Eltern kaum zu bemerken.

Ohnehin sei die Zahl der Schüler überschaubar: Vergangenes Jahr seien drei Kinder eingeschult worden, dieses Jahr sind es vier. Derzeit gibt es 16 Vollzeit-Lehrer und 12 pädagogische Unterrichtshilfe. Bei abnehmender Schülerzahl müsse sogar eine Kraft an eine andere Schule abgeordnet werden. Tatsächlich schwierig sei es, einen Schulleiter zu finden, wenn der Dresdner in Ruhestand geht: Kaum einer wolle den Zusatzaufwand übernehmen. Vor seinem Amtsantritt war die Stelle jahrelang verwaist. (SZ/csf)