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Weißwasser

Ungewöhnliches Kino an ungewöhnlichem Ort

Der Verein Anda aus Leipzig rollte mit seinem Kinomobil an und zog Dutzende Zuschauer zu späterer Stunde mit einem Kurzfilmprogramm in den Bann.

Max Tegtmeyer startete am Samstagabend den Beamer, um den ersten Film während des ersten Sommerkinos am Neufertbau in Weißwasser vorzuführen.
Max Tegtmeyer startete am Samstagabend den Beamer, um den ersten Film während des ersten Sommerkinos am Neufertbau in Weißwasser vorzuführen. © Rolf Ullmann

Weißwasser. Bequem in Liegestühlen zurückgelehnt sowie auf mehreren Bänken warteten die Zuschauer am Samstagabend auf der Rückseite des Neufertbaus auf den Beginn des Filmprogramms, dargeboten vom Verein Anda. Bereits der erste Streifen über das Leben an Bord eines Kreuzfahrtschiffes offenbarte, das an diesem Abend durchaus ungewöhnliches Kino den Zuschauern angeboten wurde.

 Mit diesem Anliegen startete der Verein seit seiner Gründung im Sommer des vergangenen Jahres. „Wir fahren vorrangig in ländliche Regionen, in denen es kein Kino mehr gibt oder wo es eine solche Einrichtung überhaupt noch nicht gegeben hat“, erklärte Theresia Lutz, Mitglied im Verein. Neben ihr traten Anne Rethfeld sowie Max Maske und Max Tegtmeyer die Reise aus Kleinparis nach Weißwasser an.

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Idee auf der Rückreise aus Spanien

 In diesem Jahr hatte sich der Verein die Oberlausitz sowie das Leipziger Seenland als Aufführungsort für ihre Filme ausgewählt. Bereits am Freitagabend werden sie im Landkreis Görlitz und zwar in Mönau bei Uhyst an der Spree erneut zu Gast sein. Dann bildet der Schlosspark in Mönau die Kulisse für ihre Vorstellung. Mit ihren Touren verwirklichten sie das Motto des Vereins. Denn das Wort steht im Spanischen sowohl für das Erstaunen über etwas Ungewöhnliches. Es bedeutet aber auch „Fahr los.“

 Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt vor einigen Jahren durch Isabel Lindemann und Felix Kolb auf einer langen Tour von Granada in Südspanien zurück nach Deutschland. Die beiden jungen Leute begeisterten sich schon seit längerem für Filme, die aus dem üblichen Rahmen fielen. So begannen sie auf ihrer Reise unterwegs Filme zu zeigen. Sie spürten bald, das sie damit die Mehrzahl ihrer Zuschauer ansprachen und sie zum Nachdenken und zur Diskussion über das Gesehene anregten. Derzeit zählt der Verein 20 Mitglieder, die sich diesem Ziel verpflichtet haben. 

In Weißwasser stieß Anda auf offene Türen und viel Entgegenkommen. In Frank Lublow, dem Leiter des City-Managements Weißwasser, fanden sie einen Partner, der als Organisator vor Ort die Filmleute in ihrem Vorhaben bestärkte und sie bei der praktischen Umsetzung nach Kräften unterstützte. Auch für den Verein Neufertbau stand von vornherein fest, ein guter Gastgeber für dieses erste und vielleicht auch nicht das letzte Event dieser Art zu sein. Gregor Schneider, Mitglied im Vorstand des Vereins, nutzte die Gunst der Stunde, um für den Arbeitseinsatz am Sonnabend rund um den Neufertbau zu werben. Dort war geplant, das Gelände rund um das imposante Gebäude zu reinigen. Übrigens, Liebhaber klassischer DEFA-Filme kamen ebenfalls am Sonnabend auf ihre Kosten. Denn dann flimmert nach Einbruch der Dunkelheit der Streifen „Maibowle“ im Garten des Volkshauses in Weißwasser über die Leinwand. 

Für diese Veranstaltung zeichnet die Organisation „Filmland Sachsen“ verantwortlich. Unter ihren Dach fand auch Anda seine Heimat. Zum Erfolg des Abends trugen nicht nur das in limitierter Menge gebraute Schnitterbier sondern auch die Mitwirkenden am Programm vor dem Filmstart bei. Das Duo Franziska Stölzel und Toni Worrischke wurde vom Publikum mit viel Beifall für seine Lieder ebenso belohnt wie die Laienspieler der „Theaterwerkstatt Telux“ für ihr Stück „Früher war alles besser.“

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