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Unruhen in Mosambik

Die oppositionelle Renamo hat das 21 Jahre alte Friedensabkommen mit der regierenden Frelimo-Partei aufgekündigt.

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Maputo/Kapstadt. Weiter wachsende Spannungen in Mosambik: Die oppositionelle Renamo hat das 21 Jahre alte Friedensabkommen mit der regierenden Frelimo-Partei aufgekündigt. Renamo-Sprecher Fernando Mazanga begründete laut der Zeitung „O Pais“ vom Dienstag den schon lange angedrohten Schritt mit einem Angriff von Regierungstruppen auf das Hauptquartier der früheren Befreiungsbewegung nahe dem Gorongosa-Nationalpark.

Bei dem Militärschlag am Montag wurde Radio Maputo zufolge niemand verletzt oder getötet. Renamo-Chef Afonso Dhlakama und seine auf 200 Mann geschätzten Anhänger hatten offenbar rechtzeitig in die Berge fliehen können. Renamo-Kämpfer überfielen dem Sender zufolge am Dienstagmorgen eine Polizeistation im Landesinneren. Schon im April waren bei einem Angriff auf eine Polizeistation in Muxungué (Provinz Sofala) vier Polizisten und ein Renamo-Mann getötet worden.

Oppositionsführer Dhlakama droht der angeblich korrupten Regierung seit längerem mit einem neuen Bürgerkrieg. Nach mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg, bei dem fast eine Million Menschen starben, war 1992 Frieden zwischen der damals marxistischen Frelimo und der Renamo geschlossen worden. Mazanga beschuldigte am Montag Präsident Armando Guebuza, Dhlakama töten zu wollen.

Die Gereiztheit im Land hat deutlich zugenommen, nachdem neue Kohle- und Gasvorkommen entdeckt worden sind. Ohnehin wächst in Mosambik seit langem die Wirtschaft dank der Rohstoffe (Kohle, Bauxit, Gold) um jährlich etwa sieben Prozent - auch wenn die meisten der etwa 24 Millionen Menschen sehr arm sind. (dpa)