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Freital

Das Ende des Uranbergbaus bei Willi Agatz

Vor 30 Jahren wurde aus den Lagerstätten Freital-Dresden-Bannewitz das letzte Erz gefördert. Daran wird nun in besonderer Form erinnert.

Bis 1989 wurde in Dresden-Gittersee Uranerz gefördert, welches in den Grubenfeldern Freital und Bannewitz abgebaut wurde.
Bis 1989 wurde in Dresden-Gittersee Uranerz gefördert, welches in den Grubenfeldern Freital und Bannewitz abgebaut wurde. © Egbert Kamprath

Als die Bergmänner des Betriebes Willi Agatz in Dresden-Gittersee am 1. Dezember 1989 den letzten Förderwagen aus dem Schacht holten, war das das Ende eines jahrhundertealten Industriezweiges in der Region. An das Aus soll nun erinnert werden.

Dazu treffen sich die Mitglieder des Freitaler Bergbau- und Hüttenvereins mit den Windbergbahnern am Sonntag am Bahnhof in Dresden-Gittersee. Gemeinsam mit einigen ehemaligen Wismut-Kumpel wollen sie an der Hermann-Michel-Straße einen Förderwagen aufstellen. Los geht es 10 Uhr. "Dieser Hunt ist im Grubenfeld eingesetzt worden. Wir haben ihn aufgearbeitet und beschriftet", berichtet Silvio Stute vom Bergbauverein. Der Hunt solle zukünftig am Bahnhof stehen. Dazu komme bald noch eine Tafel, die über den Bergbau in Gittersee informiert. 

Der Garten ruft

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Seit dem 16. Jahrhundert war rechts und links des Weißeritztales nach Steinkohle gegraben worden. Seit den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts ließ die deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft Wismut in den alten Kohleschächten zudem Uranerz fördern. Das Erz wurde zunächst vor Ort aufbereitet, die Schlämme wurden in Freital und Dresden-Coschütz abgelagert, was zu riesigen Umweltproblemen führte. 

Weil die Förderung des Uranerzes nicht mehr wirtschaftlich war, wurde Mitte der Achtzigerjahre die Stilllegung der letzten Grube, des Bergbaubetriebes Willi Agatz beschlossen. Vorgesehen war, den Betrieb Anfang der Neunzigerjahre einzustellen und auf dem Bergbaugelände ein Reinstsiliziumwerk zu errichten. Die Wende machte den Plänen ein Ende und beschleunigte die Stilllegung des Bergwerkes. Nach dem 1. Dezember 1989 fuhren die Kumpel nur noch zur Sicherung und Verwahrung der Schachtanlagen ein. Sie demontierten in den folgenden Monaten Maschinen und Anlagen. Schließlich wurde der Schacht mit einer Betonplombe verschlossen.