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Verhaltenes Ja zum Gnadenhof

Die meisten Jahnaer sind dafür, dass das Tierheim alte Hunde auf dem Areal betreut. Dennoch bleiben Fragen offen.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

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Ostrau/Jahna. Die Skepsis im Versammlungsraum des Dorf- und Heimatvereins Jahna ist förmlich greifbar. Es geht in der Einwohnerversammlung um den Gnadenhof, den das Tierheim Ostrau übernehmen will (DA berichtete).

Zunächst gibt Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) einen Einblick. Der bisherige Betreiber Christian Danhoff habe den Gnadenhof ohne einen Antrag auf Nutzungsänderung betrieben. Das sei mehr oder weniger von den Behörden geduldet worden. Als sich die Beschwerden aber immer mehr häuften, habe man dem Besitzerehepaar Irmgard und Eberhard Weise nahe gelegt, eine Räumungsklage gegen Danhoff einzureichen. „Seitdem der ehemalige Betreiber das Grundstück verlassen hat, haben einige Interessenten vorgesprochen, darunter auch die Tierschutzliga“, informiert Schilling. Die Weises wollen das Objekt weiter im Sinne des Tierschutzes betreiben. „Wir haben das Tierheim als Betreiber vorgeschlagen, was von den Eigentümern akzeptiert worden ist“, so der Bürgermeister. Schilling betonte aber auch, dass eine „illegale Verfestigung“ im Ortsteil Jahna nicht wieder zugelassen werden soll. „In den vergangenen Jahren ist viel Vertrauen kaputt gegangen“, so Schilling.

Deshalb soll eine Nutzungsänderung für das Objekt beantragt werden, die eine Betreuung von maximal 15 Hunden zulässt. Ehe jedoch Hunde auf den Gnadenhof kommen, müssen auf dem Gelände die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. „Ein Bauantrag liegt vor. Der muss ebenso wie ein Antrag auf Nutzungsänderung durch das Landratsamt bewilligt werden“, sagt Dirk Schilling. Die Meinung des Gemeinderates werde aber herangezogen. „Die Gemeinde und das Tierheim wollen die Anwohner aber nicht außen vor lassen“, so der Bürgermeister. Tierheimleiterin Marlies Przybilla bekräftigt, dass der Gnadenhof eine Heimstatt für ältere, nicht mehr vermittelbare Hunde sein soll.

„Ich bin durchaus dafür, dass das Tierheim das Gelände übernimmt. Aber ohne Hunde, das haben wir zehn Jahre lang durch“, sagt Reinhard Ulbrich. Auch Peer Leithold, Geschäftsführer der Firma Agricon in der unmittelbaren Nachbarschaft, ist skeptisch. „Herr Weise und Herr Danhoff, kennen sich seit 40 Jahren. Ich kann nicht glauben, dass die Beziehung wirklich auseinandergegangen sein soll“, sagt Leithold. Mario Becker, Vorsitzender des Tierschutzvereins Döbeln und Umgebung, schildert die Dinge aus seiner Sicht. „Herr Weise lebt den Tierschutzgedanken. Er sucht nach einer Möglichkeit, das Objekt als Gnadenhof für Hunde zu betreiben“, so Becker. Dirk Schilling fügt an, dass er sich nicht vorstellen kann, dass Weise und Danhoff nach der Räumungsklage noch in Kontakt sind.

Peer Leithold bleibt skeptisch. „Was ist, wenn die Nutzungsänderung gestattet wird, und der Eigentümer das Grundstück ein Jahr später verkauft?“, fragt er. Sei die Nutzungsänderung an den Antragsteller gebunden oder werde die für das jeweilige Grundstück genehmigt? Bürgermeister Schilling versprach, sich dieser Frage anzunehmen und die Information auch weiterzuleiten. Er plädiert zudem dafür, in einen Nutzungsvertrag bestimmte Auflagen einzuarbeiten, so dass bei Nichterfüllung eine Handhabe besteht. Der Bürgermeister bittet um eine Abstimmung. Ein Großteil der Anwesenden ist dafür, dass das Tierheim den Gnadenhof betreiben soll.