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Verkehrswacht: Fahrradfahrer bei neuer Straße nicht vergessen

Die Verkehrswacht Meißen begrüßt die Pläne für eine neue Trasse und fordert einen schnellen Start. 

Von Peter Anderson
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Bei der Planung für die Milau-Schnellstraße sollte auch an Radfahrer gedacht werden, so die Verkehrswacht.
Bei der Planung für die Milau-Schnellstraße sollte auch an Radfahrer gedacht werden, so die Verkehrswacht. © Symbolfoto: Archiv/Hübschmann

Meißen. Der Vorsitzende der Verkehrswacht Meißen Olaf Lier könnte sich vorstellen, dass die sogenannte Milau-Schnellstraße, welche Mitteldeutschland und die Lausitz verbinden soll, eine Erfolgsgeschichte werden könnte. Als Vorbild sieht Lier die sogenannte Thüringer-Wald-Autobahn, welche über 220 Kilometer Sangerhausen mit Schweinfurt verbindet. In Nord-Süd-Richtung habe sie geholfen, bis dahin mit dem Fernverkehr eher schwierig zu erreichende Gegenden zu erschließen. Ein erhebliches Wirtschaftswachstum sei die Folge gewesen.

Lier reagierte mit seinen Äußerungen auf einen Bericht der SZ, wonach dieses Jahr eine Potenzialanalyse zu dem Großprojekt fertig werden soll. Angestoßen hatten das Vorhaben im Herbst 2017 neun Landräte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Sie forderten eine neue Straßenverbindung von Mitteldeutschland in die Lausitz. Die mit Milau abgekürzte Trasse sollte helfen, neue Unternehmen und Industriezweige in den derzeitigen Braunkohlegebieten anzusiedeln. Nach Wunsch der Landräte würde sie von der A 38 im Westen bis zur B 115 im Osten parallel zu den Bundesautobahnen A 4 und A 14 verlaufen. Die Achse sollte zudem die Autobahnen entlasten und vorrangig durch Ausbau vorhandener Bundes- und Staatsstraßen entstehen.

Neben dem wirtschaftlichen Aspekt sieht Lier einen großen Vorteil darin, dass mit der Milau eine Alternativroute zur A 4 geschaffen würde. Diese ist mittlerweile chronisch überlastet. Nach Unfällen kommt es regelmäßig zu Staus. „Der Verkehr würde sich breiter verteilen. Das kann nur von Vorteil sein“, so Lier.

Experten betonen zudem, dass der Bau der Milau aufgrund eines bereits bestehenden Rückgrats aus Bundes-, Staats- und Kreisstraßen erheblich schneller gehen könnte als ein komplett sechsspuriger Ausbau der A 4.

Gerade angesichts des jüngsten tödlichen Radler-Unfalls auf der S 81 bei Moritzburg mahnt der Verkehrswacht-Chef, dabei die Radler nicht zu vergessen. Wo es möglich sei, sollte begleitend zu der Schnellstraße ein Radeweg entstehen.

Damit das ambitionierte Vorhaben in die Gänge kommt, schlägt Lier vor, an den Stellen mit dem Bau zu beginnen, wo die planungstechnischen Voraussetzungen bereits gegeben seien. Es sollte nicht darauf gewartet werden, bis die neue Ost-West-Tangente komplett durchgeplant ist. Jedes Teilstück von zehn Kilometern Länge helfe bereits, die derzeit angespannte Verkehrssituation zu entkrampfen.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/meissen, www.sächsische.de/radebeul, www.sächsische.de/riesa oder www.sächsische.de/grossenhain vorbei.