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Viel Arbeit für die Zahnfee

Mittelsachsens Kinder haben Karies. Deshalb sind Zahnärzte in Schulen unterwegs, um Prophylaxe zu betreiben.

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© Symbolfoto/dpa

Von Tina Soltysiak

Region Döbeln. Mittelsächsische Kinder haben ein höheres Kariesrisiko, als es beim sächsischen Durchschnitt besteht. Im Schuljahr 2014/2015 hatten 60,6 Prozent der Sechsjährigen im Freistaat Sachsen noch nie Karies. Das belegen Zahlen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ). „Leider weist der Landkreis Mittelsachsen mit 58,8 Prozent einen schlechteren Wert auf“, so Kreissprecher André Kaiser. Dennoch hätte das Risiko in den vergangenen Jahren mithilfe von Aufklärungsarbeit gesenkt werden können.

Deshalb sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in den Kitas und Schulen im Kreis unterwegs. Dort steht dann Gruppenprophylaxe auf dem Stundenplan. „Das bedeutet, dass Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen altersgerecht Informationen über das Thema Zahngesundheit vermitteln“, so André Kaiser.

Die Kinder bekommen gezeigt, wie die Beißerchen korrekt geputzt werden. „Mitunter fluoridieren wir auch zur Kariesprophylaxe“, erläutert Dr. Diana Benedix, Zahnärztin vom Gesundheitsamt Mittelsachsen. Das heißt, auf die Zähne wird ein spezielles Mittel aufgetragen, dass die Ausbreitung von Karies aufhalten soll. „Im Landkreis Mittelsachsen sind rund 30 000 Kinder von den drei Zahnärztinnen des Gesundheitsamtes jährlich zu untersuchen“, so Diana Benedix.

Arbeit zeigt Wirkung

Die Maßnahme fördert, koordiniert und finanziert die Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege des Freistaates Sachsen. „Zu dieser haben sich 1992 die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, der Körperschaften der Zahnärzte, der Kommunen und des Freistaates Sachsen zusammengefunden“, erklärt Kreissprecher André Kaiser. In Sachsen sei im vergangenen Schuljahr für 95 Prozent der Kinder von bis zu zwölf Jahren eine solche Gruppenprophylaxe organisiert worden.

Und die Arbeit scheint Wirkung zu zeigen. Denn positiv fällt auf, dass die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren überwiegend gute Zähne haben: 77,3 Prozent haben den Gebisszustand „naturgesund“ – deutlich mehr als sechs Jahre zuvor. Da waren es 70,8 Prozent. Das geht aus einer Studie des Landkreises hervor. Allerdings, so zeigen die Zahlen, gilt: Je älter die Kinder werden, umso schlechter wird anscheinend die Zahnpflege. Der Anteil der Kinder der Klassenstufe 1 bis 6 an allgemeinbildenden Schulen mit der Diagnose „Gebisszustand naturgesund“ bei der Erstuntersuchung liegt nur bei 61 Prozent.

Karies ist eine ansteckende Zahnkrankheit, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sie wird von Bakterien verursacht. Die zersetzen den natürlichen Zahnschmelz, der den Zahn schützt. Regelmäßiges, gründliches Zähneputzen hilft, Essensreste zu beseitigen, die die Nahrungsquelle für diese Bakterien sind.