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Viel Platz für viel Schwein

In Niederkaina nimmt die Budissa AG eine neuen Großstall in Betrieb. 3 500 Ferkel sollen hier bald aufgezogen werden.

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© Uwe Soeder

Von Madeleine Arndt

Niederkaina. Als Otto Normalbürger einen Stall zu betreten, ist eine heikle Sache. „Das Risiko ist zu hoch, dass Krankheiten eingeschleppt werden“, erklärt Caroline Schendlinger, Argrarwirtschaftlerin bei dem Landwirtschaftsbetrieb Budissa. Die eigenen Mitarbeiter müssen vorher durch eine Duschschleuse, um keimfrei in die Tierproduktion zu gelangen. Trotzdem lädt die Budissa am heutigen Freitag zu einem Tag der offenen Tür ein. Präsentiert wird die neue Schweineaufzuchtanlage, in deren Errichtung im vergangenen halben Jahr 1,8 Millionen Euro gesteckt wurden. Zwischen 10 und 15 Uhr können Interessierte einen Blick in den Großstall an der Purschwitzer Straße 13 werfen. Aus hygienischen Gründen sind hier aber noch keine Ferkel zu sehen. Sie werden ab Montag von dem alten Stall ins neue Gebäude gebracht.

Fußbodenheizung für die Ferkel

Rund 3500 Ferkel sollen in dem Neubau künftig gehalten werden. Dieser unterteilt sich in acht Abteilungen mit jeweils 432 Tierplätzen, einem Kranken- und Resteabteil sowie einem Futter- und Technikbereich. Neben dem Haus wurde außerdem ein neues Güllelager gebaut.

Pro Stallbox werden 36 Schweine untergebracht. Das klinge erst einmal viel, aber die Schweine haben mehr Platz als vorgeschrieben, betont Schendlinger. Rein rechnerisch sind es 0,42 Quadratmeter statt der gesetzlich festgelegten 0,35 Quadratmeter. Die Boxen bestehen aus einem Liege-, Fress- und Kotbereich. Im hinteren Liegebereich finden die fünf bis zwölf Wochen alten Tiere Schutz unter einer Klappe. Eine Fußbodenheizung wärmt dieses Ferkelnest auf 30 Grad. Die Wärme produziert wiederum die hauseigene Biogasanlage. Die Temperatur im restlichen Raum wird 23 Grad betragen. Im mittleren Fress- und Aktivitätsbereich befindet sich ein Betonboden mit Schlitzen. „Hier können sich die Schweine die Klauen abreiben“, erklärt Schendlinger. Im vorderen Teil der Boxen sind Roste eingelassen, darüber hängt eine Befeuchtungsanlage. Das soll die Stallreinigung erleichtern.

Sammelkanal für die Abluft

„Es gibt drei Typen von Beschäftigungsmaterialien für die Tiere: eine Strohraufe, eine Wippe mit Kunststoffstern zum Reinbeißen und ein Futterspender mit Pendel“, zählt Hans Knudt Krag von der Stallbau-Firma Danbauer aus Waren (Müritz) auf. Er ist zur Gebäude-Abnahme nach Bautzen gekommen. „Wir wollen möglichst viel fürs Tierwohl tun, dann wachsen die Ferkel auch gut“, erklärt Schendlinger. Schließlich wolle man den Kunden gesunde, langlebige Jungsauen liefern.

Auch an das Wohl der Anwohner wurde gedacht und ein modernes Abluftsystem gegen den Gestank installiert. „Wir haben einen Sammelkanal für die Abluft“, berichtet Krag. Die Luft werde dort gesammelt und mit großer Geschwindigkeit rausgelüftet. Dadurch verteile sie sich besser.

Da von der Fütterung bis zur Belüftung im Stall fast alles automatisch erfolgt, kümmert sich lediglich ein Mitarbeiter um die Anlage. „So sparen wir Kosten“, sagt Schendlinger. Das sei ein wichtiger Punkt, bei den aktuell geringen Preisen für Schweinefleisch. „Das ist zur Zeit sehr, sehr kritisch.“ Die Produktionskosten ließen sich nur mit Großanlagen entsprechend niedrig halten. Nach dem Umzug der Ferkel in den neuen Stall beginnt Budissa mit der Erweiterung des alten Sauenstalls. Der Umbau soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Dann haben in der Anlage statt bisher 500 Sauen um die 700 Platz.