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Viele Gäste an der alten Mühle

Am Mühlentag gab es ein erstes  Mühlenfest mit großem Zuspruch. Doch für das Dach brauchen die Eigentümer Hilfe.

© privat

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Sie wurde 1853 erbaut und war als Windkraftanlage bis etwa 1949 in Betrieb: die Weßnitzer Holländerwindmühle. Auf dem Windmühlenhügel Richtung Göhra ist sie das Wahrzeichen von Weßnitz. Doch wie es in ihr aussieht, weiß kaum einer. Viele Jahre war das steinerne Relikt früherer Mühlentechnik nichtöffentlich zugänglich – denn Familie Jacob ist Besitzer der alten Holländermühle.

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Doch dieses Jahr zu Pfingsten hatten sich der Ortsverein Edelweiß und Familie Jacob zum ersten Mühlenfest entschlossen. Edeltraut Jacob gehört zum Ortsverein, man plante ein Fest in kleinerem Rahmen. Vor allem auch in den Nachbardörfern Rostig und Göhra wurde Werbung gemacht. Doch dann trafen am Mühlentag bereits zu Beginn die ersten Besucher ein. „Die Mühlenführungen mit Matthias Jacob waren am ganzen Tag der Renner“, so Vereins-Schriftführer Siegfried Hilbrich. Strahlender Sonnenschein und ein leichter Wind waren ideal für das Fest. Der Ortsverein sorgte mit Kaffee, selbst gebackenem Kuchen, Fettbemmchen, Bratwürsten und Getränken für das leibliche Wohl.

Viele Mühlenfest-Gäste staunten, dass die Technik im Inneren der 165 Jahre alte Mühle noch immer fast vollständig erhalten ist. Nur die Flügel gibt es leider nicht mehr – somit kann die Mühle auch nicht mehr mahlen. Doch man kann sich die Hauptwelle anschauen, auch die Balkendecken und die Mehlketten. Eine kleine Fotoausstellung ließ interessante Blicke in die Geschichte zu. „Manche Besucher haben Abgebildete wiedererkannt“, erzählt Siegfried Hilbrich, der übrigens ein Zugezogener aus Radebeul ist. Nicht nur aus der Mühlenchronik, die in der Hand von Jacobs ist, sondern auch aus der Ortschronik von Weßnitz waren Dokumente und Bilder zu sehen. „1949 lief die Mühle noch mit zwei Flügeln“, weiß Matthias Jacob. Dann wurde sie von der Firma Wachtel aus Naunhof mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Noch bis 1986 soll der Vater von Edeltraut Jacob für die Bauern geschrotet haben. Im Besitz der Familie sei die Mühle seit 1875.

Die rund 400 Besucher der ausgeklügelten Windmühlentechnik lassen die Vereinsmitglieder zuversichtlich auf den nächsten Mühlentag blicken: Das Fest sollte auch 2019 wieder stattfinden. Doch viel Arbeit ist dafür nötig. Muss doch die Sicherheit gewährleistet werden. Dafür wurden jetzt Balken repariert und die zweigeschossige Mühle auch begehbar gemacht. „Leider ist aber das Dach seit dem letzten Sturm noch kaputt“, erzählt Matthias Jacob. Obwohl das Objekt unter Denkmalschutz steht, sind keine Zuschüsse für die Reparatur des zwölf Meter hohen Rundbaus zu erwarten. Die Jacobs haben nach eigener Aussage schon viel Geld in die Mühle gesteckt. Hilfe würden sie sich auch von der Stadt Großenhain wünschen. Weitere Holländerwindmühlen, zum Teil Ruinen, gibt es in Adelsdorf, Weißig a. R. und Schönborn.