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Viele Kinder, wenig Sport- und Spielplätze

In Pieschen fehlen Sport- und Spielflächen. Vorhandene Ideen für neue Angebote werden dennoch nicht umgesetzt.

© Symbolfoto: Christian Juppe

Von Sarah Herrmann

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Wer in Pieschen bolzen will, muss teils lange Wege in Kauf nehmen. Es mangelt an Sport- und Spielflächen, neue kommen kaum hinzu. So soll zwar ein Teil der Sportanlagen am neuen Schulcampus auf der Gehestraße öffentlich werden. Auch auf einer benachbarten Fläche sind Spiel- und Fitnessgeräte geplant. Auf mehr können die Pieschener zunächst aber nicht hoffen.

Mit dem Geld, das für Spielplätze zur Verfügung stehen, werden zurzeit fast ausschließlich die Bestandsanlagen erneuert, um die gute Qualität der vorhandenen Plätze zu erhalten, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Anfrage von SPD-Stadtrat Vincent Drews. „Darüber hinaus bestehen außerhalb von Fördergebieten nahezu keine finanziellen Möglichkeiten für den Spielplatzneubau.“ Einzelne Projekte würden aber im Haushalt angemeldet werden. Sie werden aber nur auf erneuten Antrag umgesetzt und wenn genügend Geld übrig ist. Andere Vorhaben haben Priorität.

So ist die Lage auch beim Sportplatz an der Neuländer Straße, der derzeit ungenutzt ist. „Er kann aufgrund seiner geringen Ausstattung nicht an Dresdner Sportvereine vermietet werden“, erklärt Hilbert. Dort fehlen Toiletten, Duschen und Umkleidebereiche. Die Stadtverwaltung hatte im Spielplatzentwicklungskonzept geplant, das Areal zur Bewegungsfläche für alle Generationen umzubauen. Dafür seien rund 200 000 Euro notwendig, sagt Hilbert. Überlegungen, Sanitäranlagen und Umkleiden zu ergänzen, scheiterten bisher unter anderem am fehlenden Geld. Hilbert verweist aber darauf, dass die Fläche schon jetzt von jedem genutzt werden könne.

Auch andere Ideen aus dem Spielplatzentwicklungskonzept wurden bislang nicht umgesetzt. So sollte am Trachenberger Platz ein Park mit Spielplatz angelegt werden. Die Fläche liegt allerdings im Überschwemmungsgebiet. Ein Grundstück an der Micktener Straße ist für die 144. Grundschule reserviert. Und auf der Geibeltstraße scheitert es ebenfalls am Geld. Dort gibt es bereits einen Sportplatz. Dieser müsste allerdings saniert werden, bevor er öffentlich nutzbar ist. „Die Finanzierung ist bisher ungeklärt“, sagt Hilbert. Er hatte erst kürzlich eine Fläche an der Harkortstraße vorgeschlagen. Die ist aber im Besitz der Deutschen Bahn.

Dabei werden Sport- und Spielflächen in Pieschen dringend gebraucht. Denn die Zahl der Jugendlichen steigt. Sind es derzeit etwa 1 900 Kinder bis 14 Jahre, die jeweils in Pieschen-Süd sowie -Nord wohnen, sollen es 2025 laut Schätzungen 2 300 im Süden und sogar 2 400 im Norden sein.