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Vodafone-Kunden in Nöten

Zwei Wochen, nachdem alle Netz-Probleme behoben sein sollten, sind viele Pirnaer noch immer nicht erreichbar.

© dpa

Von Marcus Herrmann

Eigentlich sollte Anfang Juni alles besser werden. Nach der Ankündigung durch den Mobilfunkanbieter Vodafone, dass die Empfangs- und Erreichbarkeitsprobleme im Raum Pirna ab dem 6. Juni behoben sein würden, klagen viele Pirnaer aber weiter über massive Probleme. In Gegenden wie Teilen von Graupa ist eine Netzverbindung schon eine wahre Rarität.

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„Ich wohne am Tännicht 1 in Graupa und bin seit einem Jahr bei Vodafone“, sagt die 56-jährige Karla Natter. „In meiner Wohnung habe ich so gut wie nie Empfang. Und wenn ich den Vodafone-Service anrufe, sagt man mir, dass ich welchen haben müsste.“ Bei dem vorherigen Anbieter D1 hatte Karla Natter keine Probleme. Auch in der Nachbarschaft habe man die gleichen Schwierigkeiten. Anrufe würden plötzlich abgebrochen, der Empfang sei durchweg schlecht. Ein paar Straßen weiter funktioniere dann wieder alles bestens. „Aber das kann ja keine dauerhafte Lösung sein“, ärgert sich die Graupaerin. „Ich bin jetzt noch ein Jahr im Vertrag gefangen und zahle 29 Euro im Monat.“

Auch Thomas Heller aus Pirna nervt das Thema so langsam. „Mir hat ein Mitarbeiter von Vodafone erklärt, dass die Probleme inzwischen behoben seien. Leider merke ich davon nichts. Ich bin oft weiterhin nicht erreichbar und kann mit meinem I-Phone nicht einmal das meist betroffene UMTS-Netz wechseln.“ Zum bloßen Telefonieren ist dieses Netz nicht nötig. Viele ältere Handys haben eine manuelle Umschalt-Funktion auf das mit einer geringeren Datenübertragungsrate ausgestattete GSM-Netz. Mit einem I-Phone ist dieser Weg schon deutlich schwieriger, da hier die Netz-Suche automatisch abläuft. Aber selbst, wer im GSM-Netz wieder erreichbar ist, muss mit einer Einschränkung anderer Dienste wie WhatsApp oder der Internetfunktion rechnen.

Nahezu komplette Nichterreichbarkeit auf allen Kanälen herrschte auch beim Pirnaer Stadtfest am vergangenen Wochenende. „Am Sonnabend und Sonntag waren weder meine Frau noch ich auf dem Handy erreichbar. Auch bei anderen Passanten, die wir angesprochen haben, ging nichts mehr“, sagt Ringo Wegner. Der 47-Jährige hat häufig Probleme, sobald er von seiner Wohnung in Copitz in die Altstadt von Pirna fährt. „Zu Hause klappt alles. Aber in der Innenstadt sind weder meine Frau auf ihrem Smartphone noch ich über mein altes Prepaid-Gerät erreichbar.“

Wenig Hoffnung auf Besserung

An den Handys liegt es also in den meisten Fällen nicht. Wer wie Ringo Wegner dringend auf ein funktionierendes Handy angewiesen ist, ärgert sich umso mehr über die leeren Vodafone-Versprechen. „Ich habe ein behindertes Kind zu Hause und muss einfach erreichbar sein. Als meine Frau und ich auf dem Stadtfest merkten, dass wir das eben nicht sind, mussten wir nach Hause fahren.“ Wegner möchte nun wieder einmal beim größten europäischen Mobilfunk-Anbieter anrufen und sich beschweren. Hoffnung auf Besserung hat er aber kaum. „In den Läden zucken die Angestellten nur mit den Schultern, und bei der Service-Hotline wird man vertröstet, dass Vodafone-Techniker an dem Problem arbeiten würden.“

In der Vodafone-Pressestelle wusste man bisher nichts von dem Problem und zeigt sich überrascht: „Ein wochenlanger Ausfall von Verbindungen und anhaltende Netzprobleme dürfte es eigentlich nicht geben“, sagt der verantwortliche Mitarbeiter für Technik, Netz und Innovation, Dirk Ellenbeck. Er werde das Problem an den zuständigen Verantwortlichen für die Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weitergeben. Wie schnell sich der momentan unbefriedigende Zustand ändern wird, könnte er nicht genau sagen.

Den Leuten in Pirna und Umgebung bleibt also nur, entweder abzuwarten und mit weiteren Störungen zu rechnen oder sich hartnäckig beim Kundenservice zu beschweren. Das könnte den Bearbeitungsprozess sicher beschleunigen.