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Voll im Trend: Ein Baum zum Geburtstag

Viele Anlässe machen auch einen Wald, sagt sich die Stadt und wirbt kräftig um Baumspenden.

Von Birgit Ulbricht
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Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach pflanzte am Dienstag im Stadtpark sieben Bäume, die aus Spenden in Höhe von 1500 Euro finanziert wurden. Hier sichert er gerade eine junge Stieleiche.
Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach pflanzte am Dienstag im Stadtpark sieben Bäume, die aus Spenden in Höhe von 1500 Euro finanziert wurden. Hier sichert er gerade eine junge Stieleiche. © Kristin Richter

Großenhain. Die Stern-Combo Meißen hat es getan, die Opernsänger Theo Adam und Peter Schreier und Privatpersonen sowieso. Bäume für Großenhain gespendet. Allein nach dem Pfingsttornado am 24. Mai 2010 haben 1350 Privatpersonen, Firmen, Städte und Organisation der geschundenen Stadt an der Röder neue Bäume geschenkt. Fast 133 000 Euro für den Stadtpark, 14 000 Euro für den Kupferberg, 11 000 Euro für den Waldaer Park und 31 000 Euro fürs Stadtgebiet gingen mit dem Vermerk „Tornado“ ein. Doch beim Blick auf die Gesamtkosten der Wiederaufforstung allein von Stadtpark, Kupferberg und Walda weicht das zufriedene Lächeln bei Großenhains Grün-Chef Matthias Schmieder. „2,2 Millionen Euro standen uns für die Wiederherstellung der Anlagen zur Verfügung. Davon 1,5 Millionen für den Stadtpark.“ Eine hohe Summe, die Matthias Schmieder schon damals relativierte: „Für die Herstellung des 17 Hektar großen Gartenschaugeländes wurden damals 18 Millionen benötigt. Das Stadtparkgelände ist aber mit 40 Hektar mehr als doppelt so groß. Da waren 1,5 Millionen Euro nicht viel.“

Auch sonst haben die Großenhainer immer eine Gelegenheit gefunden, ihr Grün zu mehren. Ob Klimatag des Dresdner Heidebogens, dritte sächsische Landesgartenschau, Sturm Kyrill, Konfirmation, Jugendweihe, Geburt, Klassentreffen, Gedenkfeiern oder Hochzeiten – Bäume zu pflanzen gehört in Großenhain zum guten Ton.

Wer heiratet, kann nicht nur im Zabeltitzer Barockpark seine ganz persönliche Linde pflanzen, sondern auch auf sogenannten Hochzeitswiesen am Stadtpark und am Kupferberg. Jeder hat schließlich seine lokalen Vorlieben, und wer als Kommune Baumfreunde motivieren will, muss auch einen Platz anbieten, den die Spender immer mal wieder besuchen. Schließlich wollen sie ihren Baum wachsen sehen, vielleicht ein Foto machen und anderen davon erzählen. Nur so werden Baumspenden ein Selbstläufer. Profitiert haben davon letztlich viele Park- und Grünanalgen: Stadtpark, der Park in Walda, der Barockpark Zabeltitz, der Waldpark Kupferberg oder das Gartenschaugelände und sogar die Großenhainer Innenstadt. Was da an Werten zusammenkommt, ist beachtlich: Ein Baum kostet zwischen 65 und 200 Euro, dazu kommen die Kosten für Pfähle und Bindematerial. Mancher möchte auch noch ein Namensschild. Der teuerste Spender-Baum ist eine Sumpfeiche. Sie steht in der Nähe des Tornadodenkmals im Stadtpark. Der Preis war im vierstelligen Bereich, deutet Rathaussprecherin Diana Schulze an. Mehr darf sie nicht verraten. Für Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach – selbst promovierter Forstwirt – fast ein Muss, diese gute Gewohnheit fortzusetzen. Zu seinem 40. Geburtstag haben die Gratulanten auf Wunsch des Oberbürgermeisters insgesamt 1 201 Euro für Bäume in Großenhain gespendet. Sven Mißbach hat zu dieser Summe noch einmal 299 Euro aus eigener Tasche dazugegeben, so dass insgesamt 1500 Euro zusammen kamen. Davon können nun sieben Bäume, darunter im Stadtpark, in Strauch, auf der Bahnhofsstraße und der Rosa-Luxemburg-Straße neu gepflanzt werden. Zu den Sorten zählen: Stieleiche, Mehlbeere, Flatterulme, Rotbuche, Kastanie und Esche.