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Vom Häuschen in den Plattenbau

Familie Jähne freut sich auf die frisch sanierte Wohnung in der Breitestraße. Zehn der 24 Wohnungen sind noch frei.

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© Thomas Eichler

Von Mario Heinke

Zittau. Renate und Eberhard Jähne stehen im neuen Bad und sind sehr zufrieden, mit dem, was sie da sehen. Nicht zum ersten Mal schauen sie auf der Baustelle in der Breitestraße vorbei, denn bis zum Einzug ist noch einiges vorzubereiten. Im August ziehen die Jähnes in den modernisierten Plattenbau, den die Wohnbaugesellschaft Zittau derzeit sanieren und umbauen lässt.

Eberhard Jähne schaut auf seinen Plan. Die kleinen Rechtecke aus Pappe, die er auf das karierte Papier geklebt hat, zeigen den künftigen Standort der Möbel an. Für jeden Raum hat der Zittauer einen Plan. Nichts wird dem Zufall überlassen. Seit Wochen komprimiert er den Hausstand des Einfamilienhauses auf Zweiraumwohnung. „Bei Gubisch hab ich noch 200 Euro für den Schrott bekommen“, erzählt er. Jetzt sind nur noch ein Sessel und ein Tisch übrig.

Die moderne Ausstattung, der Hauswirtschaftsraum und die große Küche haben dem Rentnerpaar die Entscheidung, ihre Wohnung drastisch zu verkleinern, erleichtert. „Wir ziehen aus Altersgründen um“, sagt der 73-Jährige. Eberhard Jähne wohnt seit seiner Geburt im Einfamilienhaus in Zittau-West. Nach der Wende zogen die beiden Töchter aus Zittau weg. Seither lebt er allein mit seiner Frau in dem großen Haus. Weil die Töchter nicht zurückkehren wollen, habe der Familienrat entschieden, das Haus zu verkaufen, erzählt Frau Jähne. Der Hausverkauf sei nicht so einfach gewesen und ebenso schwierig habe sich die Suche nach einer geeigneten Wohnung in der Innenstadt gestaltet, sagt die 72-Jährige. Der Prospekt „Schick wird die Innenstadt“ der Wohnbaugesellschaft habe sie neugierig gemacht und nach der Besichtigung der Wohnung sei die Entscheidung gefallen, in die Breitestraße zu ziehen. Die zentrale Lage der Wohnung im Stadtzentrum, der Balkon und der grüne Innenhof waren für die Jähnes dabei wichtige Kriterien. Frau Jähne setzte sogar einen Extrawunsch durch. So wird aus dem Hauswirtschaftsraum ihr spezielles Domizil, mit Schreibtisch und Computer. „Da kann ich mich mal zurückziehen“, verrät sie.

„In der Bauphase können wir individuelle Wünsche, etwa bei der Wandgestaltung, noch berücksichtigen“, sagt Simone Heidrich, die sich bei der Woba um die Vermietung der insgesamt 24 Wohnungen kümmert. Für 14 Wohnungen gibt es bereits Vorverträge, zehn Wohnungen sind noch frei, verrät sie. Um komfortable Wohnungen zu schaffen, hat die Woba die Grundrisse großzügiger gestaltet. Nichts erinnert mehr an die „Arbeiterschließfächer“, wie der Volksmund die industriell gefertigten Plattenbauten zuweilen bezeichnete. Besonders bei der Ausstattung der Bäder war die Woba nicht knickrig: Rechteckfliesen an den Wänden, eine große Wanne, eine ebenerdige Dusche, ein großes Fenster und viel Platz. Den zusätzlichen Raum gewannen die Planer, indem sie die frühere Dreiraumwohnung zur Zweiraumwohnung umgestalteten. In der Wohnung der Jähnes ist so aus der ehemaligen Küche das neue Bad geworden, der künftige Hauswirtschaftsraum war das alte Bad und die jetzt viel größere Küche wurde früher als Kinderzimmer genutzt. Lediglich Flur, Wohn- und Schlafzimmer blieben im Grundriss unverändert. Das neue Raumkonzept zog eine Neuverlegung aller Medien nach sich, deshalb hat die Woba das Haus komplett modernisiert, gedämmt und den aktuellen Energiestandards angepasst. Auch ein digitaler Multimediaanschluss mit einer Übertragungsrate von 100 Mbit/s fehlt in den Wohnungen nicht.

„Mehrgenerationswohnen im Stadtkern ist der Leitgedanke des Projektes“, sagt Woba-Geschäftsführerin Ute-Sylke Standke nicht ohne Stolz.

Tag der offenen Tür in der Breitestraße 10 bis 14 am Sonnabend, 21. Mai, von 10 bis 16 Uhr

Vermietungsservice bei der Woba: Simone Heidrich, 03583 750 109