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Vom Pazifik nach Pirna

Das Fischrestaurant Schifftor in Pirna bringt eine Besonderheit auf die Speisekarte. Gäste können den seltenen Gotteslachs kosten.

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© Norbert Millauer

Von Mareike Huisinga

Pirna. Ein pfundiger Fang für das Fischlokal Schifftor in der Langen Straße in Pirna: Für kurze Zeit werden verschiedene Gerichte mit Gotteslachs auf der Speisekarte stehen. „Dieser Fisch ist eine absolute Besonderheit“, erklärt Inhaber Marcel Dauksch. Doch der Reihe nach. Vor wenigen Tagen bekam der Pirnaer einen Anruf von seinem Fischlieferanten aus Dresden. Er bot ihm einen sogenannten Gotteslachs an, der im Pazifik gefangen und nach Bremerhaven geschafft wurde.

„Diese Fische sind Einzelgänger, sie werden nicht speziell gefischt, sondern sind ein Beifang“, erklärt Dauksch. Deshalb fackelte er nicht lange, sondern schlug sofort zu.

Kein billiges Vergnügen. Pro Kilo musste der junge Unternehmer 30 Euro zahlen, der runde Gotteslachs in seiner Kühltruhe wiegt 25 Kilo. Das Meerestier zählt übrigens zu den Mondfischen, ist ein Warmblüter und nimmt somit unter den Fischen eine Sonderstellung ein.

Allerdings interessiert sich Dauksch weniger für den biologischen Aspekt des glibberigen Rundfisches, er denkt mehr an die Gaumenfreuden. „Der Gotteslachs schmeckt ähnlich wie ein Thunfisch und hat festes rotes Fleisch“, sagt der Gastronom. Dauksch will die Delikatesse in verschiedenen Variationen anbieten, zum Beispiel gegrillt mit frischen Pfifferlingen. Dazu passe eine Zitronen- oder Weinsoße, überlegt er laut. Die Vorspeise kostet ab acht Euro, das Hauptgericht mit Gotteslachs um die 17 Euro. „Solange der Vorrat reicht“, meint Marcel Dauksch mit einem Schmunzeln. Er geht davon aus, dass seine Gäste dieses besondere Angebot gut annehmen werden. „Ich möchte gerne zeigen, wie vielfältig die Fischküche ist. Es muss nicht immer nur Forelle oder Saibling sein“, erklärt der 34-Jährige.

Außerdem feiert er mit dieser Extra-Offerte gleichzeitig das einjährige Jubiläum seines Fischrestaurants. Dauksch ist in Pirna kein Unbekannter. Bereits 2011 eröffnete er das Restaurant „Genusswerk“ für gehobenen Anspruch, ebenfalls in der Langen Straße. „Ich wollte mich weiterentwickeln und suchte nach dem passenden Konzept.“ Schließlich kam er auf den Fisch und sprang somit gekonnt in eine Lücke. Außerdem hatte es Dauksch die Architektur des Gebäudes Nummer 31 in der Langen Straße angetan. Im Innenhof mit den Freisitzen gibt es eine Wasseranlage, über die ein Steg führt. So lag der Gedanke nahe, ein Fischrestaurant einzurichten.

Und der letzte Anstoß? Klar, er isst selber gerne Fisch, am liebsten Seezunge. Übrigens: Den Gotteslachs probiert er zum ersten Mal. „Köstlich“, lautet sein Urteil.