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Von den Lausitzer Füchsen zum Nationalteam

Maximilian Adam und Charlie Jahnke haben eine Einladung erhalten. Am Freitag könnten sie für die Füchse spielen.

Von Frank Thümmler
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Charlie Jahnke (links) und Maximilian Adam genießen nach einem Derbysieg der Füchse in Dresden die tolle Stimmung unter den Füchse-Fans. Jetzt fahren beide Förderlizenzspieler der Berliner Eisbären zum Nationalteam.
Charlie Jahnke (links) und Maximilian Adam genießen nach einem Derbysieg der Füchse in Dresden die tolle Stimmung unter den Füchse-Fans. Jetzt fahren beide Förderlizenzspieler der Berliner Eisbären zum Nationalteam. © Thomas Heide

Der eine beendet seine Nationalmannschaftskarriere, zwei andere klopfen an. Der aus Weißwasser stammende Berliner Eisbären-Verteidiger Frank Hördler hat seinen Rücktritt aus der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bekannt gegeben – nach 124 Länderspielen, acht gespielten Weltmeisterschaften und dem Gewinn der Olympischen Silbermedaille 2018 in Pyeongchang (Südkorea). Sein Vater Jochen Hördler, selbst DDR-Nationalspieler, Weißwasseraner Dynamo-Spieler und nach der Wende Profi in Selb, stellte ihn als Vierjährigen erstmals auf das Weißwasseraner Eis, 1991 zog Frank Hördler, da war er gerade einmal sechs Jahre alt, mit seiner Familie nach Selb, wo er seine Eishockeykarriere begann. Bereits 2003 wechselte er nach Berlin, wurde mit ihnen siebenmal deutscher Meister. In der DEL will Hördler nach bislang 798 Spielen noch nicht Schluss sein, aber im Nationalteam will er Platz machen für jüngere Spieler. „Es gibt so viele, so gute junge deutsche Verteidiger, auch bei uns in Berlin. Sie sollen eine vernünftige Chance erhalten, mit dem neuen Bundestrainer in eine neue Ära zu starten. Ich werde mich ab sofort voll und ganz auf die Eisbären Berlin und meine Familie konzentrieren“, sagte er der Fachzeitschrift Eishockey-News.

Gemeint haben wird er mit den guten jungen Verteidigern in Berlin auch Maximilian Adam. Der 20-jährige, in Görlitz geborene und beim ELV Niesky mit dem Eishockey begonnene Verteidiger hat sich in dieser Saison ziemlich fest in den Kader der Berliner Eisbären gespielt (schon 37 Einsätze), war deshalb nur elfmal als Förderlizenzspieler für die Lausitzer Füchse im Einsatz (fünf Tore, vier Vorlagen) und hat sich auf den Notizzettel von Neu-Bundestrainer Toni Söderholm gespielt. Er wurde zu Testspielen (am 5./6. Februar in Memmingen und Bietigheim) der U25-Auswahl, auch bezeichnet als „Team Peking“ (Ort der nächsten Winterspiele), eingeladen. Das Gleiche gilt auch für einen anderen Berliner Förderlizenzspieler: Charlie Jahnke. Der 20-jährige Stürmer hat in dieser Saison 24-mal für die Eisbären gespielt und 20-mal für die Lausitzer Füchse (fünf Tore, 16 Vorlagen). Vielleicht ist es für beide der Start in eine tolle Nationalmannschaftskarriere, wie Frank Hördler sie hinter sich hat.

Am Freitag, wenn die Füchse ihr Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim bestreiten, könnten Maximilian Adam und Charlie Jahnke wieder zum Kader der Lausitzer Füchse gehören. Die Eisbären haben ihre Partie des 44. DEL-Spieltags gegen München bereits am Dienstag gespielt( 2:6) und deshalb am Freitag spielfrei. Füchse-Trainer Corey Neilson, der neben Adam und Jahnke deshalb mit dem Einsatz von Torwart Maximilian Franzreb und Stürmer Vincent Hessler rechnen darf, kommt das gerade recht, nicht nur weil die Bad Nauheimer als Tabellenfünften nur acht Punkte Rückstand auf die Füchse haben und sie mit 23 Punkten in den zehn Spielen im Januar (Füchse 19) in Top-Form sind, sondern auch, weil die Personalmisere bei den Füchsen groß ist. Bei den Feldspielern ist inzwischen auch das Saisonende für Jake Ustorf nach einer Schulterverletzung sicher. Mit Jakub Kania (Schulterverletzung) und Clarke Breitkreuz (Kieferbruch) fehelen zwei weitere Leistungsträger noch einige Wochen. Zuletzt bekamen die Füchse keine vier Sturmreihen mehr zusammen, die sie eigentlich für ihr aggressives Tempospiel benötigen. Das könnte am Freitag dank Berliner Unterstützung aber wieder anders werden – zumindest für dieses eine Spiel. Am Sonntag haben die Füchse spielfrei. Das eigentlich diesem Spieltag zugeordnete Derby bei den Dresdner Eislöwen (3:4 für die Füchse nach Penaltyschießen) war vorverlegt worden, weil in Dresden an diesem Wochenende das Eis für den Weltcup im Shorttrack benötigt wird. Die Weißwasseraner fahren stattdessen nach Berlin, um mit den Eisbären einen „Tag der Kooperation“ zu feiern und beim DEL-Spiel der Eisbären gegen den Augsburger EV zuzuschauen – außer Maximilian Adam, Charlie Jahnke, Vincent Hessler und Maximilian Franzreb. Die spielen (vielleicht) mit.

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