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Von Gewinnern und Verlierern

Geteilte Welt: In der Centrum-Galerie, also mitten im Dresdner Konsumtempel, macht eine Ausstellung auf Armut und Ausbeutung aufmerksam.

© René Meinig

Von Theresa Hellwig

Die Person auf dem Foto trägt mehrere Lagen Kleidung übereinander. Darunter ein Text über Mode zu niedrigen Preisen und die Wegwerfkultur, die so entsteht. Das Foto hängt direkt vor dem Eingangsbereich einer Modekette in der Centrum-Galerie. Im Hintergrund sieht man Schlafanzüge für drei und Kleider für vier Euro.

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Ein Mädchen zerrt ihren Freund in den Laden und sagt: „Zeig mir, dass du mich magst!“ Die Fotos scheint es nicht wahrzunehmen. Und dabei soll die Ausstellung mit dem Titel „Excessocensus“ doch genau das tun: Die Einkaufenden zum Anhalten und Nachdenken bringen. Die Betrachter sollen sich fragen: Wohin führt mein Konsum? Was bedeutet er für Menschen anderer Länder?

Die mit dem Greenpeace Photo Award ausgezeichnete Ausstellung soll auf das neunte Umundu-Festival für nachhaltige Entwicklung hinweisen, das vom 20. bis zum 28. Oktober unter anderem im Japanischen Palais stattfindet. Organisiert wird dies vom Verein Sukuma arts. Im vergangenen Jahr ging es um nachhaltige Stadtgestaltung, fast 5 000 Besucher kamen. Dieses Jahr stehen die Vorträge, Filme, Workshops und Diskussionen unter dem Motto „Armut und Reichtum – unsere Zukunft in einer geteilten Welt“.

Die in Mexiko lebende Cristina de Middel und der Brasilianer Bruno Morais visualisieren auf ihren Fotografien die Folgen von Konsum und Ausbeutung. So zeigt ein Bild einen Mann am Strand– er ist in eine Plastiktüte gehüllt. Ein anderes Foto zeigt Smartphones: 41 Millionen Tonnen Elektroschrott entstehen demnach jährlich. „Viel davon wird nach Afrika verschifft“, berichtet Siv-Ann Lippert, Festival-Organisatorin. Kinder müssen dann Ressourcen aus dem Müll herausziehen, erklärt sie. Den Ausstellungsort hat der Verein ganz bewusst gewählt.

Iwelina Fröhlich, Dozentin an der TU Dresden und Referentin auf dem Festival, sagt: „Das Einkaufszentrum ist Sinnbild der Wegwerfgesellschaft heute.“ Noch drei Wochen sind die Bilder hier zu sehen. Fröhlich: „Wir sind die Gewinner der Globalisierung. Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer.“ Darauf möchte auch das Festival aufmerksam machen. In den vielseitigen Veranstaltungen geht es um absolute und relative Armut, Macht, Ungleichheit, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

Programm und Infos unter umundu.de/festival2017