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Von Granaten und Fliegerbomben

Hunderte Male rückt der Kampfmittelbeseitigungsdienst jährlich zu Einsätzen aus. In einem Dresdner Fall konnten die Experten Entwarnung geben.

© René Meinig

Von Antje Steglich

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Diese Fliegerbombe war für die Dresdner keine Gefahr mehr. Nur einmal mussten die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst im vergangenen Jahr zu einem solchen Fund ausrücken. Auf einer Baustelle in der Neustadt wurde ein 250 Kilogramm schwerer Blindgänger gefunden. Einen Zünder hatte die Bombe allerdings nicht mehr. Die Sprengmeister gaben Entwarnung. Eine großflächige Evakuierung und die Entschärfung vor Ort blieben aus.

Insgesamt wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst im vergangenen Jahr zu mehr als 350 solcher Fundstellen in Sachsen gerufen. Die Einsätze summieren sich sogar auf mehr als 760 – weil unter anderem auch knapp 400 Munitionstransporte sowie zwei Zoll-Transporte mit Pyrotechnik begleitet wurden. Damit bleibe auch nach mehr als 70 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges das Fundaufkommen an Kampfmitteln auf hohem Niveau, bilanzierte Polizeisprecher Jürgen Scherf.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut aktueller Statistik etwa 150 Tonnen Sprengstoffe und Munition im Freistaat geborgen und damit etwas mehr als im Vorjahr. Das Gros davon ist sogenannte Artilleriemunition – also zum Beispiel Gewehrgranaten. „Kampfmittel im Bereich der Kaliber von 7,5 bis 21 Zentimeter werden sehr oft gefunden“, sagt Jürgen Scherf. Die Spannbreite sei also sehr groß.

Fünf Bomben entschärft

Außerdem hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst etwa acht Tonnen Nahkampfmittel wie Eierhandgranaten, Stielhandgranaten oder Minen in den unterschiedlichsten Ausführungen und Baureihen geborgen sowie neun Tonnen Abwurfmunition, zu denen auch die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe gehört, die Mitte November vergangenen Jahres in Heidenau entdeckt wurde. Außerdem sicherten die Kampfmittel-Experten insgesamt mehr als 800 Kilogramm Sprengstoffe und mehr als vier Tonnen Waffen, sie mussten in fünf Fällen eine Bombe entschärfen und in 26 Fällen vor Ort sprengen, weil ein Transport zum Beispiel aus Gründen der Sicherheit nicht möglich war.

Grundsätzlich landen aber alle sachsenweit gefundenen Kampfmittel letztlich in der Zerlegeeinrichtung in Zeithain. Dort gibt es drei Öfen für deren Vernichtung: den Detonationsofen, den Abbrandofen und den Ausglühofen. Der Detonationsofen ist zum Beispiel für Sprengstoffmengen bis 500 Gramm, also kleinere Munition, gebaut. In der Zeithainer Einrichtung sind aktuell 20 Mitarbeiter beschäftigt. Fünf weitere Kollegen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes arbeiten in Dresden und werten Hinweise oder auch Luftbilder aus.