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Von Therapien und Antithesen

Das Wilsdruffer Filmfestival erlebt am Wochenende seine 32. Auflage. Und ist noch immer für Überraschungen gut.

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© André Wirsig

Von Thomas Morgenroth

Wilsdruff. Während im Ersten die Tageschau läuft, gibt es am Sonnabend in der Halle des Tankschutzbetriebes von Torsten Rost in Wilsdruff zum ersten Mal die „Bibelschau“ mit Nachrichten aus dem Buch der Bücher. Ob diese freilich auch exakt 20 Uhr beginnt wie das etablierte Vorbild, ist ungewiss. Jedenfalls aber soll um diese Zeit der zweite Tag des 32. Wilsdruffer Filmfestivals starten, mit Premieren und Uraufführungen.

Eine davon ist die humorvolle „Bibelschau“, der erste Kurzfilm der Jungen Gemeinde Rötha im Leipziger Land. „Ich habe zwar noch nicht alles gesehen, aber der erste Eindruck ist sehr gut“, sagt Thomas Gauglitz. Der 51-Jährige hat die Jungen und Mädchen zu dem Projekt angeregt. Aus gutem Grund: Bis vor sechs Jahren wohnte er in Wilsdruff und ist bis heute im Vorstand des Vereins rock & more, der das Filmfestival veranstaltet. Gauglitz, der als Bauleiter arbeitet, lässt es sich auch nicht nehmen, die Veranstaltung tatkräftig zu unterstützen. „Ich baue mit auf und stehe hinter dem Tresen“, sagt er. Einen Film hat er allerdings noch nicht gedreht: „Ich habe es mir vorgenommen.“ Zunächst aber will Gauglitz die Junge Gemeinde in Rötha bestärken, die Filmerei fortzusetzen.

„Es ist ein schönes Hobby“, sagt Andreas Däßler, der das Festival mit Matthias Schlönvogt seit Jahren federführend organisiert. Entstanden ist es 1984 bei einer Geburtstagsfeier für Gerd Reiß, der, hin und wieder mit eigenen Produktionen beteiligt, Jahr für Jahr aus Berlin anreist, um im schwarzen Anzug den Abend mit den neuen Filmen zu eröffnen. Während am Freitag Klassiker gezeigt werden, weiß Däßler bis heute nicht genau, welche und wie viele Filme am Sonnabend laufen werden. Eines aber ist sicher: Von ihm wird keiner dabei sein: „Ich habe es wieder einmal nicht geschafft. Nächstes Jahr dann.“

Dafür zeigt Matthias Schlönvogt mit „Anti-These“ sein neuestes philosophisches Werk. Auch das Studio 20ZentnerFux hat sich angemeldet, mit „Therapie“. „Eine Frau beschwert sich über die Macken ihres Mannes, und der Therapeut muss eine Lösung finden“, fasst Geschäftsführer Felix Schanz den Inhalt zusammen. Details will der Dresdner Student nicht verraten.

Wie auch der Kfz-Mechaniker Jens Jahn nicht, der mit Camillo Schulz und Vincenz Schmidt den noch titellosen 25. Film als Studio CVJM vorlegt, mit Zitaten aus bisherigen Filmen. Unterhaltsam wird er, das ist bei den Kesselsdorfern gewiss, die mit ihrem Kultstreifen „Yellow Water“ Wilsdruffer Filmgeschichte geschrieben haben.

32. Filmfestival, 29.4., 19 Uhr; 30.4., 20 Uhr; Gewerbehof Ruppert, Landbergweg 34, Wilsdruff; Eintritt frei.