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Vorfreude in Johnsbach

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt startet im Sommer. Damit sie beginnen kann, greift Glashütte in den Sparstrumpf.

© Archivfoto: Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Das Warten hat ein Ende. Das Landratsamt und die Stadt wollen die Sanierung der Ortsdurchfahrt Johnsbach in diesem Sommer in Angriff nehmen. Das wurde in der Glashütter Stadtratssitzung am Dienstag bekannt. „Ich bin erleichtert, dass es nun doch losgeht“, sagte der Johnsbacher Ortsvorsteher Udo Herm (Wählervereinigung Johnsbach). Er räumte ein, dass er auch nach der Zusage der Fördermittel skeptisch geblieben war. Denn für ihn sei ein Restrisiko geblieben. Das gebe es nun nicht mehr, weil sich die Stadt bereit erklärte, mehr Geld als geplant in die Hand zu nehmen. Herm dankte der Verwaltung und dem Stadtrat, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt und dass die Baumaßnahme trotz der Mehrkosten beginnen kann. Das Landratsamt Pirna wollte sich auf SZ-Nachfrage noch nicht zu der Maßnahme äußern. Die Vergabe der Bauleistung sei für den Kreis noch nicht komplett abgeschlossen. Man müsse noch die Widerspruchszeit abwarten, erklärte Karin Kerber vom Landratsamt.

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Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Straßenbau:

Wann beginnen die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt?

Die Johnsbacher Ortsdurchfahrt ist 2 334 Meter lang und verläuft über weite Strecken am Hang. Weil es keine parallel verlaufende Straße durch den Ort gibt, die als Ausweichstrecke genutzt werden kann, wird die Ortsdurchfahrt in verschiedenen Abschnitten saniert. Darauf haben sich das Landratsamt, die Stadt Glashütte und der Abwasserentsorgungsbetrieb Glashütte verständigt. Alle drei sind am Bau beteiligt. Das Landratsamt baut die Straße, die Stadt den Fußweg und die Beleuchtung und der Abwasserbetrieb verlegt Entwässerungskanäle. Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) rechnet damit, dass die Arbeiten in den nächsten Wochen beginnen. Im Bauamt geht man davon aus, dass die Baufirma im Juli startet. Bis zum Oktober 2019 soll der 256 Meter lange, erste Abschnitt auf Vordermann gebracht werden.

Warum dauern die Arbeiten am ersten Abschnitt so lange?

Der Teilabschnitt in der Mitte des Dorfes gilt als kompliziert, weil hier auch Stützwände errichtet beziehungsweise saniert werden müssen. Zuvor wird noch ein neuer Fußweg angelegt. Außerdem muss vor dem Beginn der Arbeiten eine Umleitungsstrecke für den in Johnsbach tätigen Agrarbetrieb geschaffen werden, damit dieser weiter seine Felder rund um Falkenhain bewirtschaften kann. Auch anderen Grundstückseigentümern soll der Zugang zu ihren Feld- und Waldstücken ermöglicht werden. Dazu wird mit der finanziellen Hilfe des Landratsamtes der Pfarrweg, ein bestehender Feld- und Waldweg, ertüchtigt, sagt Dreßler. Im Auftrag der Stadt müssen eine Furt errichtet und ein Durchlass erneuert werden. Auf einer Länge von 270 Meter muss zudem ein sehr steiler Abschnitt asphaltiert werden. Mit diesen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Forst- und Landwirtschaftsfahrzeuge die Baustelle umfahren können. Für den normalen Pkw-Verkehr bleibt der Pfarrweg gesperrt.

Wie wird der Verkehr während der Bauzeit umgeleitet?

Weil eine Parallelstraße in Johnsbach fehlt, muss der Verkehr großräumig umgeleitet werden. Wie, das werden die weiteren Verhandlungen mit der Baufirma ergeben, heißt es aus dem Landratsamt.

Was wird der erste Bauabschnitt kosten?

Der Bau wird teurer. Für die neue Straßenbeleuchtung, den Bau eines Gehweges, das Ertüchtigen des Pfarrweges und den Ausbau des Wiesenweges zum Gehweg wird die Stadt Glashütte rund 171 800 Euro ausgeben. Das sich 76 000 Euro mehr als geplant. „Wir hätten die Maßnahme erneut ausschreiben können, um ein besseres Ergebnis zu erzielen“, sagte Dreßler. Doch das werde man nicht tun. Denn bei der gegenwärtigen Lage auf dem Bau rechne er nicht mit besseren Ergebnissen. Auch für den Abwasserbetrieb wird es teurer. Für die Entwässerung werde der Betrieb rund 184 000 Euro ausgeben, geplant hatte er mit 108 000 Euro. Dreßler zeigte sich zuversichtlich, dass der Abwasserbetrieb einen Teil der Mehrkosten mit zusätzlichen Fördermittel verrechnen kann. Das Landratsamt wollte sich zu den Kosten für den Straßenbau noch nicht äußern.

Was sagen die Anlieger zu dem Baubeginn?

Das Ehepaar Schwenke zeigte sich zufrieden. Die Johnsbacher wohnen am Wiesenweg, der im Zuge des Straßenbaus verlängert und zum Fußweg wird. „Wenn es losgeht, wäre es ein Wunder“, sagt Anwohner Manfred Schwenke. „Es hat lang genug gedauert“, ergänzt er.