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Wachstum im Osten doppelt so hoch wie im Westen

Ostdeutschland ist schwungvoll ins neue Jahr gestartet - das Wachstum war doppelt so hoch wie im Westen. Eine Trendwende?

© dpa

Von Rochus Görgen

Halle. Die Wirtschaft im Osten Deutschlands hat im ersten Quartal 2014 kräftig zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den fünf Ländern ohne Berlin im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent und damit doppelt so stark wie im Westen, wie das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) auf Basis eigener Berechnungen am Donnerstag mitteilte.

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Derzeit könne aber noch nicht gesagt werden, ob der Osten auch in den kommenden Quartalen über dem Wachstum im Westen liegen werde, sagte der IWH-Ökonom Udo Ludwig der Nachrichtenagentur dpa. Schon ein Gleichschritt wäre ein riesiger Schritt nach vorne, sagte er. Denn in den vergangenen Jahren habe das Wachstum im Osten dem West-Wachstum hinterhergehinkt.

Einfluss auf die Wirtschaft im ersten Quartal hatte nach Angaben von Ludwig als Sondereffekt die milliardenschwere Hilfe von Bund und Ländern nach der Hochwasserkatastrophe. Das helfe vor allem der Wirtschaft im vom Hochwasser besonders betroffenen Sachsen-Anhalt, insgesamt gehe der Effekt aber zurück.

In seinem Jahresausblick hatte das IWH noch prognostiziert, dass die Wirtschaft im Osten im laufenden und auch im kommenden Jahr jeweils weniger stark wächst als im Westen.

Wachstumstreiber im Osten waren im ersten Quartal das verarbeitende Gewerbe und die Bauindustrie, erklärte das Forschungsinstitut. Es habe in ganz Deutschland mehr Investitionen in Ausrüstungen und Bauten gegeben. „Das ostdeutsche Baugewerbe partizipiert in hohem Maß am Anziehen der deutschlandweiten Investitionskonjunktur“, schrieben die Forscher. Dank der günstigen Witterung seien auch Arbeiten vorgezogen worden. Öffentliche Dienstleister hätten dagegen keine zusätzlichen Impulse gegeben.

Für das laufende zweite Quartal von Anfang April bis Ende Juni erwarten die Konjunkturforscher nun allerdings nicht mehr so hohe Wachstumsraten. Die Prognose geht von einem weiteren Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Osten um 0,3 Prozent aus. Für Deutschland insgesamt hatten die Forscher zuletzt 0,5 Prozent erwartet, derzeit werden aber neue Daten ausgewertet.

Vergangenes Jahr war die Wirtschaft im Osten im ersten Quartal geschrumpft, dann zog sie unter anderem wegen der Reparaturen nach dem Hochwasser an. Unter dem Strich stagnierte die Wirtschaft. Das BIP - der Wert aller hergestellten Waren und Dienstleistungen - ist der wichtigste Gradmesser für die Wirtschaftsleistung einer Region. (dpa)