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War Aschenbrödel wieder da?

Auf dem Schlossparkplatz in Moritzburg wurde ein goldglänzender Schuh gefunden. Und das kurz nach Eröffnung der beliebten Winterschau zum Kultfilm.

Von Sven Görner
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Melanie Philipp von der Moritzburger Kulturlandschaft zeigt den gefundenen Schuh.
Melanie Philipp von der Moritzburger Kulturlandschaft zeigt den gefundenen Schuh. © Norbert Millauer

Moritzburg. Es ist eine der auf immer mit Moritzburg verbundenen Szenen des wohl schönsten Märchenfilms aller Zeiten: Aschenbrödel verliert beim eiligen Verlassen des Ballsaales – der im Babelsberger Studio aufgebaut war – auf der originalen Schlosstreppe einen ihrer Schuhe. Der Prinz hebt diesen auf und letztlich lässt der Schuh ihn erkennen, wer seine Angebetete ist. So märchenhaft wie romantisch.

Wen wundert es da, dass inzwischen ganze Scharen weiblicher Aschenbrödel-Fans zu dem Messingschuh gepilgert sind, der seit der zweiten Aschenbrödelschau im Schloss im Jahre 2010 die besagte Treppe schmückt. Und immer wieder versuchen die Mädchen und Damen auch, mit ihrem Fuß in diesen zu schlüpfen. So viel sei verraten: Für den wohl berühmtesten Schuh Moritzburgs braucht es schmale Prinzessinenfüßchen.

Auf der Aschenbrödeltreppe des Schlosses versuchen Besucherinnen immer wieder, in das Messing-Exemplar zu schlüpfen.
Auf der Aschenbrödeltreppe des Schlosses versuchen Besucherinnen immer wieder, in das Messing-Exemplar zu schlüpfen. © Sven Görner

Nicht schlecht staunte jetzt ein Mitarbeiter der gemeindeeigenen Kulturlandschaft Moritzburg GmbH (KLM), als er auf dem Schlossparkplatz einen einsam in der Sonne glitzernden Damenschuh fand. Um das Exemplar von der Schlosstreppe handelte es sich glücklicherweise nicht. Das ist nach wie vor an seinem Fleck. Und das Schloss ist auch nicht auf den Gedanken gekommen, mit dessen Gegenstück jetzt schon auf dem Platz für die seit dem 17. November wieder geöffnete Aschenbrödelausstellung zu werben.

War also Aschenbrödel selbst mal wieder im Ort? Oder handelt es sich einfach nur um einen Marketinggag der KLM, die unter anderem die Touristinformation betreibt und damit auch die Werbetrommel für die Gemeinde rührt? Schließlich hat die KLM den gefunden Schuh hübsch drapiert mit allerlei Aschenbrödel-Mitbringseln bei Facebook gepostet. 

Melanie Philipp von der Touristinfo widerspricht dieser Vermutung. Möglich also, dass eine Gaststättenbesucherin vor der Abfahrt die nicht zum Fahren geeigneten Schuhe gewechselt hat und das Glitzerteil versehentlich stehen ließ. Wer es vermisst, kann es jedenfalls bei den Damen der Info direkt gegenüber dem Schlossparkplatz abholen. 

Der Film-Ballschuh ist dagegen in der Ausstellung zum Kultfilm im Schloss zu bewundern.
Der Film-Ballschuh ist dagegen in der Ausstellung zum Kultfilm im Schloss zu bewundern. © Archiv/Arvid Müller

Oder aber die Trägerin wartet damit bis zum 16. März nächsten Jahres. Dann findet im Bankettsaal der königlichen Hofküche nach dem Abschluss der märschenhaften Winterschau nämlich wieder der Kostümball „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ statt.

Dass die Ausstellung an einem der Drehorte des Kultfilmes überhaupt zustande gekommen ist, hängt nicht zuletzt auch mit der Schuhszene zusammen. Denn immer wieder waren die Schlossmitarbeiter gefragt worden, wo Aschenbrödel diesen verloren hatte.